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ThyssenKrupp versenkt Schiffbau am Standort Emden

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ThyssenKrupp versenkt Schiffbau am Standort Emden

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Der Werftenverbund ThyssenKrupp Marine Systems zieht sich weitgehend aus dem Handelsschiffbau zurück und konzentriert sich auf Marineschiffe und U-Boote.

Das bedeutet laut IG Metall Küste: Schluss mit Schiffbau am Standort Emden. Die über 100 Jahre alten Nordseewerke werden an den Windanlagenhersteller Siag Schaaf verkauft. Die Belegschaft reagierte mit Zorn und Trauer. In Emden versammelten sich hunderte Menschen vor der Schiffsschmiede zu Protesten. Bauern zeigten mit einem Traktorkonvoi und Hupkonzerten ihre Solidarität. “Die Kollegen haben erfahren, dass hier Schluss sein soll mit Schiffbau,” so Betriebsrat Karl-Heinz Benner. Das treffe die Menschen hart, sie seien mit dem Schiffbau eng verbunden. Der neue Eigner, ein Windkraft- Zulieferer aus dem Westerwald, will nur etwa zwei Drittel der rund 1200 Werftarbeiter übernehmen, 475 droht die Arbeitslosigkeit. Die Bezirksleiterin der IG Metall-Küste, Jutta Blankau: “Das bedeutet für den Schiffbau in Norddeutschland, dass sich ThyssenKrupp ausschliesslich dem militärischen Schiffbau zuwendet.” Das Unternehmen leiste sich zwar noch eine zivile Einheit in Hamburg – aber das sei eine unsichere Sache. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise wurden bei deutschen Werften insgesamt 54 Containerschiffe storniert, sechs Betriebe wurden insolvent. Bei ThyssenKrupp Marine Systems ist laut Vorstand nur die Hälfte der Fertigungskapazitäten ausgelastet. Gezittert wird auch bei Blohm + Voss in Hamburg und bei der Howaldtswerke Deutsche Werft AG in Kiel.