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Irland: EU besser verkaufen

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Irland: EU besser verkaufen

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Die Blicke in Brüssel – und im Rest Europas richten sich auf die Iren: An diesem Freitag entscheiden sie über den Lissabon-Vertrag – und über die Zukunft der EU. Im Irish Pub gegenüber der EU-Kommission trifft man vor allem Befürworter. Schließlich leben die Iren hier von der Brüsseler Bürokratie. Tony Connoly, Korrespondent des irischen Fernsehens, weiß, was seine Insel diesmal treibt:

“Der keltische Tiger ist fast über Nacht zerschmettert worden. Das hat die irische Wählerschaft ernüchtert. Diesmal werden viele mit Ja stimmen, weil sie spüren, dass wir es ohne Europa in der Krise nicht schaffen. Sie merken, dass Europa Irland wirtschaftlich gut getan hat, und wir können Europa in diesen Krisenzeiten nicht den Rücken kehren.” Dass die Iren zum zweiten Mal an die Urne getrommelt werden, sehen die Gegner als Beweis für die Bevormundung durch die EU und die großen Staaten, die ihrer Meinung durch den Vertrag noch zunehme. Ein irischer Politik-Experte, Daniel Keohane vom European Union Institute for Security Studies, hält dagegen: “Um fair zu sein: Die kleineren Staaten haben ordentlich Geld von der EU bekommen. Die Tatsache, dass es all die Regeln gibt, stellt sicher, dass die großen Staaten sich benehmen. Das ist die Schönheit der EU. Es sichert, dass jeder seinen fairen Spielraum hat. Die kleinen Staaten sind derzeit die großen Nutznießer. Aber nicht nur die Leute in Brüssel, sondern auch die einzelnen Regierungen müssen erklären, warum die EU gut für die Leute ist. Und das, denke ich, fehlt uns generell in der Debatte.” Diesmal wollen laut Umfragen knapp 50 bis 70 Prozent mit Ja stimmen. Diesmal haben sich auch Irlands große Unternehmen dafür stark gemacht. Der Krise sei´s geschuldet – doch noch ist die Hängepartie um die EU-Reform noch nicht ausgestanden.