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Pazifik-Inseln: Mehr als 100 Tsunami-Opfer geborgen

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Pazifik-Inseln: Mehr als 100 Tsunami-Opfer geborgen

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Nach dem verheerenden Tsunami im Pazifik dringen die Rettungskräfte nur langsam zu den Opfern vor. Da in einigen Gebieten weiter die Gefahr von Nachbeben besteht, rechnen Hilfsorganisationen damit, dass es noch Tage dauert, bis erste Nothilfe alle Betroffenen erreicht. Mindestens 150 Opfer wurden bereits gefunden.

Dutzende Menschen werden noch vermisst. Hunderte wurden verletzt, darunter auch vier deutsche Touristen. Dr. Lemalu Fiu, Chefarzt im Krankenhaus von Apia, der Hauptstadt von West-Samoa: “Allen, die das Krankenhaus lebend erreichten, geht es gut und sie werden auch gut versorgt. Bis jetzt haben wir hier 101 Tote geborgen.” Die Tsunami-Wellen hatten auf den Samoa-Inseln und Tonga Menschen auf das offene Meer hinaus gerissen, Dörfer und Ferienanlagen weggespült. Offiziellen Angaben zufolge sind Zehntausende auf auf Hilfe angewiesen. US-Präsident Barack Obama rief für Amerikanisch-Samoa den Notstand aus. Die EU stellte eine Soforthilfe von 150.000 Euro zur Verfügung. Erste Lieferungen mit Lebensmitteln, Medikamenten und Zelten trafen bereits ein. Plünderer nutzten das Chaos, um Autoreifen zu stehlen und die Koffer geflohener Touristen nach Brauchbarem zu durchsuchen. In Pago Pago, der Hauptstadt von Amerikanisch-Samoa, wurden fast alle Geschäfte und viele Bürogebäude geplündert. Der Tsunami war am Dienstag von einem schweren Seebeben der Stärke 8 im Pazifik ausgelöst worden. Auf Samoa und dem Ferienparadies Tonga leben rund 400.000 Menschen. Nach Angaben eines Vertreters der UN-Organistaion für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) herrschten vielerorts chaotische Zustände. Dies sei in den ersten 24 Stunden nach einer solchen Katastrophe aber normal, sagte Terje Skavdal, der beim OCHA für den asiatisch-pazifischen Raum zuständig ist. Den neuesten Angaben zufolge kamen allein in Samoa mindestens 110 Menschen ums Leben. “Wir zählen derzeit aber noch”, sagte ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Eine Sprecherin des Sicherheitsministeriums von Amerikanisch-Samoa sprach von 31 bestätigten Todesfällen in dem zu den USA gehörenden Gebiet. Darüber hinaus kamen im etwa Tausend Kilometer entfernten Tonga mindestens sieben Menschen ums Leben. Australische und neuseeländische Flugzeuge mit Ärzten und Katastrophenhelfern an Bord trafen in Samoa ein. Sie brachten Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Zelten, Decken und medizinische Ausrüstung zu den Hilfsbedürftigen. Die EU stellte eine Soforthilfe von 150.000 Euro zur Verfügung. Dadurch werden finanzielle Mittel für die Rettungsarbeiten und Notunterkünfte freigesetzt. Mehrere Reporter berichteten unterdessen aus der Insel-Hauptstadt Pago Pago, dass dort dutzende Geschäfte geplündert wurden. In der 90.000-Einwohner-Stadt seien nach seiner Einschätzung 90 Prozent der Geschäfte betroffen, sagte Aufage Fausia von den “Samoa News”. Die Plünderer rissen Zigaretten und Alkoholika an sich, laut Fausia jedoch “vor allem Lebensmittel, gefrorene Hähnchen und so etwas”. Die Polizei erklärte, sie müsse sich zunächst auf die Unterstützung der Hilfsbedürftigen konzentrieren. Ganze Dörfer und Ferienanlagen wurden dabei von bis zu acht Meter hohen Flutwellen weggespült.