Eilmeldung

Eilmeldung

Finanzkrise: IWF und Weltbank wollen sich neu aufstellen

Sie lesen gerade:

Finanzkrise: IWF und Weltbank wollen sich neu aufstellen

Schriftgrösse Aa Aa

Gewaltsame Proteste begleiten die Herbsttagung der internationalen Finanzorganisationen IWF und Weltbank in Istanbul. 100 von etwa 6000 Demonstranten wurden festgenommen, die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Pfefferspray ein.

Die Straßenschlachten begannen nach einer Gewerkschaftskundgebung gegen die Konferenz – eine Gruppe von Demonstranten wollte zum streng abgeschirmten Tagungsort vordringen. Im Mittelpunkt der traditionellen Jahrestagung stehen die Folgen der Weltwirtschaftskrise und Strategien für die Zeit danach. Aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie China, Indien und Brasilien sollen mehr Mitspracherechte eingeräumt werden. Der Internationale Währungsfonds IWF soll das globale Finanzsystem funktionsfähig halten, die Weltbank treibt die Entwicklung armer Staaten voran. Als Gastgeber plädierte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan für eine “Mobilmachung für Solidarität und Hilfsbereitschaft”. Der Geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, verlangte erneut ein breiteres Mandat für den Währungsfonds und drängte die 186 Mitgliedstaaten zu einem Abschluss der Quotenreform. Die aktuelle Krise gehe weit über die traditionellen Kerngebiete des Fonds wie Leistungsbilanzen und Wechselkursbewegungen hinaus. Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) hatten beim Weltfinanzgipfel in Pittsburgh eine Reform des IWF-Quotensystems beschlossen. Im Frühjahr 2010 soll auch die Weltbank neu aufgestellt werden – mit mehr Kapital und einer Stimmrechtsreform.