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Neue Keramik-Abteilung im Londoner "Victoria and Albert Museum"

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Neue Keramik-Abteilung im Londoner "Victoria and Albert Museum"

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Erstmals seit hundert Jahren hat das Londoner “Victoria-and-Albert-Museum” seine Keramik- und Porzellan-Abteilung umgestaltet.

Jetzt ist Platz für mehr als 3.300 wundervolle Vasen, Becher, Schalen und Kacheln aller Art. Die weltgrößte Schau ihrer Art wird weitgehend bei natürlichem Licht präsentiert. Große Fenster in Wänden und Decken machen es möglich. “Ceremics” ist im Englischen der Oberbegriff für alle Gegenstände aus gebrannter Erde. So werden Porzellanvasen aus der chinesischen Ming-Epoche gezeigt und Stücke aus den berühmten Werkstätten von Delft in den Niederlanden sowie eine 1950 von Picasso bemalte Vase. Ausstellungsleiter Reino Liefkes nennt Keramik “ ein wundervolles Produkt, mit dem wir von Kindheit an aufwachsen, wir essen von Keramiktellern, trinken aus Keramiktassen. Es ist ein sehr schön klares Material, das auf vielfältige Weise dekoriert werden kann, sehr farbig. Es kann pompös präsentiert werden oder ganz nüchtern – und stammt bei all seiner Vielseitigkeit aus ganz einfacher Tonerde, die dann im Feuer zu so einem makellosen Stück wird – es ist eben ein Zaubermaterial.” Nimmt man statt einfacher Tonerde das feinere Karolin und brennt das Stück bei höheren Temperaturen, dann entsteht Porzellan – so wie dieser Figuren aus Meißen. “Eine der meistgestellten Fragen der Besucher lautet: Wie wird das hergestellt?”, berichtet der Ausstellungsleiter. “Als Antwort darauf zeigen wir in einem Raum die verschiedenen Techniken für das Formen und Dekorieren. Und weil wir meinen, es gibt keinen besseren Weg zum Verstehen, als es selbst zu machen, gehört auch ein Workshop zur Ausstellung.” Dazu ist die Töpferwerkstatt der 1995 verstorbenen australischen Künstlerin Lucy Rie nachgestaltet worden. Zum neuen Konzept gehören auch wechselnde Präsentationen von Stücken zeitgenössischer Künstler.