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Wasserstoff – Wunderlösung im Bootsbau?

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Wasserstoff – Wunderlösung im Bootsbau?

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Fossile Energieträger gehen zu Neige, die Umweltverschmutzung nimmt zu. Sonnenenergie scheint die Wunderlösung, auch im Bootsbau. Das Problem aber ist, die Energie zu speichern. Wasserstoffzellen sind eine Antwort, aber auch bei ihrer Herstellung gib es Probleme.

Es verbrennt weder Treibstoff noch stößt es Abgase aus. Das “24 Super Indios” ist das erste italienische Elektro-Boot: eine Alternative zu Segelbooten wie zu Außenbordern. Getankt wird an der Steckdose. Die Wasserstoffzelle einmal voll zu laden dauert sechs Stunden. Dann aber erreicht das Boot bis zu 20 Knoten. Lucio Calegari von dem Schiffbauer Giacomo Colombo S.p.A. erklärt den Unterschied zwischen dem herkömmlichen Benziner und der Elektro-Version: “Der Motor ist an der gleichen Stelle, der Antrieb funktioniert genauso und auch beim Steuern gibt es eigentlich keinen Unterschied. Was wirklich anders ist, ist dass man nichts hört – und außerdem gibt es keinerlei Verschmutzung!” Fossile Brennstoffe zurückdrängen – auch im Bootsbau gewinnt die Idee langsam Boden. Die meisten Entwickler auf dem Gebiet setzen dabei auf Wasserstoffzellen. Einer, der diese Technologie in Italien vorantreibt ist Nicola Conenna – Vorsitzender einer Forschungsorganisation, die sich “Wasserstoff-Universität” nennt: “Unser Wasserstoffmotor funktioniert mit einer externen Elektrizitätsquelle, weil der Strom nicht an Bord produziert werden kann. Das Boot muss also am Kai aufgeladen werden.” An Deck befindet sich ein Wasserstoffgenerator, der Wasserstoff herstellt und Sauerstoff freigibt. Der Wasserstoff wird unter Hochdruck in einem Metall-Hydrid-System gespeichert. Damit wir die Brandgefahr auf ein Minimum reduziert. Dieses System versorgt eine Brennstoffzelle, die die mit der Mischung von Wasserstoff und Sauerstoff Strom zurückgewinnen kann, der für den Antrieb des Boots benutzt wird. Das erste Boot, das mit dieser neuen Brennstoffzelle funktioniert ist die “Riviera 600”. Das Problem: der Motor ist groß und braucht seine eigene Wasserstoffreserve an Bord. Das Problem der CO-2 Emissionen ist damit lediglich um eine Etappe zurück verlegt, denn die Wasserstoffherstellung ist zur Zeit noch mit hohem Aufwand verbunden – und die Energie stammt meist von fossilen Quellen.