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Welche US-Strategie für Afghanistan?

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Welche US-Strategie für Afghanistan?

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Hier kommen die am vergangenen Wochenende in Afghanistan gefallenen US-Soldaten in der Heimat an. Es werden nicht die letzten Zinksärge sein, soviel ist sicher. Dafür wird die Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung für den Krieg am Hindukusch immer unsicherer. Nur noch 38 Prozent sind laut jüngster Umfragen für die Entsendung weiterer Soldaten.

Aber genau das hat der Chef der US-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, vor einer Woche verlangt. Er sagte: “Wir müssen den aktuellen Trend umzukehren, dabei spielt die Zeit eine wichtige Rolle. Abwarten verbessert unsere Aussichten nicht.” Da stellt sich die Frage nach der richtige Strategie. Der General und sein Stab vor Ort wollen 40.000 Mann zusätzlich, um die Taliban in Schach zu halten. Vize-Präsident Joe Biden hingegen möchte sich lieber auf die Bekämpfung von Al Kaida konzentrieren, und zwar auch in Pakistan. Präsident Obama empfing gestern die Fraktionsführer im Repräsentantenhaus, um mit ihnen seine Entscheidung zu beraten. Der Republikaner John McCain zeigte sich entschlossen: Die Analyse von General McChrystal hält er nicht nur für korrekt – er meint auch, sie müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden….. …. Natürlich habe der Präsident das letzte Wort. McCain meint aber, dass die Empfehlungen der Generäle dabei großes Gewicht haben sollten – angesichts des Erfolgs ihrer militärischen Führung in der Vergangenheit. Zur Zeit denkt der Präsident noch nach und lässt sich informieren wie hier in Zentrum für Terrorismusbekämpfung in Virginia. Gestern formulierte Obama eine – wie er sagte – “unmißverständliche Botschaft: “Wir werden Al kaida überall wo sie sich einnisten ins Visier nehmen, wir werden nicht aufhören sie zu jagen. Wir sind dabei, Fähigkeit und Zusammenarbeit zu entwicklen, auf dass niemand, der Amerika und seine Verbündeten bedroht, mehr einen sicheren Hafen findet.” Und die Strategie dazu? Ein “sowohl…als auch”? Im Moment zeigt sich auch Verteidigungsminister Bill Gates noch unentschlossen.