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Freisprüche im Fall "Cap Anamour"

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Freisprüche im Fall "Cap Anamour"

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Ein italienisches Gericht hat den früheren Chef der Hilfsorganisation Cap Anamour sowie den Kapitän und ersten Offizier des gleichnamigen Schiffs vom Vorwurf der Beihilfe zur illegalen Einwanderung freigesprochen. Der Fall hatte in Deutschland Empörung ausgelöst. Die Cap Anamour hatte vor fünf Jahren 37 Afrikaner aus einem überfüllten Schlauchboot gerettet und schließlich erreicht, dass sie in Sizilien an Land gehen durften.

Elias Bierdel bezeichnete den Prozess als ein schändliches Verfahren: “Es soll offensichtlich durch solche Prozesse ein Signal an die Schiffahrt gegeben werden, dass sie Menschen nicht retten sollen. Das ist eine schreckliche Verkehrung unseres Rechts, eine schreckliche Umkehr der Werte Europas.” Die italienischen Behörden hatten die Aufnahme der Schiffbrüchigen zunächst verweigert, weil sie in maltesischen Hoheitsgewässern aufgegriffen worden waren und dort hätten an Land gehen sollen. Unter zunehmenden öffentlichen Druck wurden die Afrikaner schließlich aufgenommen, aber später abgeschoben. Kritiker der Cap Anamour warfen den Beteiligten vor, bewusst ein Medienspektakel inszeniert zu haben.