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Herta Müller erhält Literaturnobelpreis

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Herta Müller erhält Literaturnobelpreis

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Die deutsche Autorin Herta Müller erhält den Nobelpreis für Literatur. Die Stockholmer Jury lobte ihre Werke als “Landschaften der Heimatlosigkeit”. Müller lebt in Berlin und war 1987 aus Rumänien nach Deutschland übergesiedelt.

“Ich glaube es noch immer nicht”, so die Schriftstellerin, “ich weiß es, aber ich glaube es immer noch nicht. Es ist noch nicht in meinem Kopf angekommen.” Müllers Hauptthemen sind das Vergessen und die politische Verfolgung. Als letztes Zeugnis dafür hat sie gerade ihren Roman “Atemschaukel” vorgelegt, der auch für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. Kritiker sehen darin ein Buch über die Menschenzerstörung im Kommunismus. “Ich verstehe mein Schreiben in diesem Sinne”, kommentiert die Autorin, “ich habe mehr als 30 Jahre unter einer Diktatur gelebt. Ich bin weggegangen worden, und drei Jahre später ist diese Diktatur zusammengebrochen. Das war schon ein Glück für mich.” In Rumänien stand Müller einem oppositionellen Kreis nahe. Aufgrund ihrer Weigerung, mit der Geheimpolizei Securitate zusammenzuarbeiten, wurde sie arbeitslos und erhielt später ein Publikationsverbot. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hob hervor, dass Müller den Nobelpreis gerade 20 Jahre nach dem Mauerfall erhalte, und dass damit auch die Lebenserfahrung dieser Schriftstellerin ausgezeichnet worden sei. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte, Müller habe ein ganzes Schriftstellerleben lang gegen die grausamen, menschenverachtenden Seiten des Kommunismus angeschrieben.