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Jahrestag der großen friedlichen Montagsdemo in Leipzig

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Jahrestag der großen friedlichen Montagsdemo in Leipzig

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“Wir sind das Volk”, mit diesem Ruf machte das Volk vor zwanzig Jahren Geschichte auf den Strassen von Leipzig – mit der bis dahin größten Montagsdemonstration. Auch der Ruf “Gorbi” erscholl: Gorbatschow war Hoffnungsträger der Demonstranten.

Die Montagsdemo vor genau zwanzig Jahren mit 70.000 Teilnehmern gilt als Wendepunkt. Sie sei “so was wie eine Hochzeit” gewesen, erinnert sich der Pfarrer Christoph Wonneberger. Mit einer Ausstellung erinnern Organisatoren der Montagsdemonstrationen in Leipzig an die Proteste, bei denen immer auch der Ruf “keine Gewalt” erscholl. Frank Richter, einer der Organisatoren der Proteste, sagt, die Absicht sei gewesen, auch denen, die den Demonstranten gegenübergestanden hätten, zu sagen: “Schlagt nicht auf uns ein, schlagt nicht auf wehrlose Menschen ein, schlagt nicht auf friedliche Menschen ein.” Die Lage war höchst angespannt: Ein sowjetischer Kommandant bot der DDR-Führung an, mit Gewalt vorzugehen, andere sowjetische Vertreter suchten den Kontakt, um dies zu vermeiden. Drei SED-Parteisekretäre fanden sich zu einer Initiative der Deeskalation bereit. Die Polizei zog fast vollständig zurück. Bald musste sich auch Honecker vollständig zurückziehen, – doch auch Gorbatschow blieb nicht viel Zeit.