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Jerusalem unter Hochspannung

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Nach den jüngsten Krawallen in Jerusalem stehen die israelischen Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft. Vor dem traditionellen muslimischen Freitagsgebet sind nach Polizeiangaben tausende Sicherheitskräfte im Einsatz. Die Lage in der Stadt ist seit Tagen hoch explosiv. Die arabisch-muslimische Bevölkerung ist unter anderem verärgert über die Einschränkung der Religionsfreiheit. Wie schon in den Vortagen dürfen nur Muslime, die älter als 50 Jahre alt sind und einen israelischen Ausweis haben, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg betreten. Das Plateau mit dem Felsendom und der Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Die Krawalle hatten vor anderthalb Wochen begonnen, wegen einer angeblichen Bedrohung des Tempelbergs durch Israel: Palästinenser erklärten, israelische Polizisten hätten jüdische Siedler auf den Tempelberg geführt. Seither kursieren Gerüchte, jüdische Gruppen wollten auf dem Tempelberg beten oder gar einen neuen Tempel aufbauen. Islamische Palästinensergruppen forderten die Verteidigung der Al-Aksa-Moschee. Die radikalislamische Hamas verkündete einen “Tag des Zorns”. Die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Abbas rief einen eintägigen Generalstreik aus.