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Türkei und Armenien wollen Kriegsbeil begraben

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Türkei und Armenien wollen Kriegsbeil begraben

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Ein Jahr nach dem historischen Treffen der Präsidenten Armeniens und der Türkei am Rande eines WM-Qualifikationsspieles in Eriwan wollen beide Staaten ihre lange Feindschaft offiziell begraben. In Zürich wollen sie am Samstag Protokolle zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen unterzeichnen.

“Türken und Armenier sind Verwandte. Wir wollen keinen Streit. Das wird allen nützen”, meint die Lehrerin Silvia Rakila in Istanbul. Vor allem in Armenien ist man hinsichtlich der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und der Grenzöffnung skeptisch: “Es ist riskant, denn wir können genausogut verlieren, wie gewinnen. Aber das Risiko eröffnet uns Chancen”, findet Sergei Chamanian aus Eriwan. Wegen des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach waren die diplomatischen Beziehungen 1993 abgebrochen worden. Widerstand gegen die Aussöhnung kommt aus der armenischen Diaspora. Sie befürchtet, dass die Einigung zum Verzicht auf eine politische Anerkennung eines “Völkermords” an den Armeniern 1915 führt. Nach Aufassung der Türkei hat es sich bei den Massakern in der Endphase des Osmanischen Reiches nicht um einen “Völkermord” gehandelt. Eine Historikerkomission soll die Ereignisse aufarbeiten.