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Trauerfeier in Messina für Opfer der Schlammlawinen

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Trauerfeier in Messina für Opfer der Schlammlawinen

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Zur Trauerfeier für die Opfer der verheerenden Schlammlawinen in Messina haben sich zahlreiche Menschen im Dom der sizilianischen Hafenstadt versammelt. Ein Name nach dem anderen wurde verlesen – und mit Applaus bedacht. Im Dom wurden 21 Tote aufgebahrt, insgesamt waren 35 Menschen ums Leben gekommen, einige wurden privat beigesetzt, andere konnten noch nicht geborgen werden.

Heftige Regenfälle hatten vor zehn Tagen Bergrutsche ausgelöst. Mehrere Vororte von Messina wurden während der Nacht von Schlamm begraben. Über die genauen Ursachen der Katastrophe wird weiter gestritten. Experten machen Pfusch am Bau verantwortlich, und ungenehmigtes Bauen. Risiken für die Bewohner des geologisch gefährdeten Gebietes seien schon lange bekannt gewesen, hieß es. Kritiker sprachen auch von der Rolle der Mafia im Baugewerbe. Staatspräsident Napolitano erklärte, eine solche Katastrophe sei eines zivilen Landes unwürdig. Er forderte Regierungschef Berlusconi auf, mehr Geld für die Sicherheit auszugeben, statt für “pharaonische Bauten”. Der Erzbischof von Messina rief bei der Trauerfeier dazu auf, die Tragödie nicht zu “instrumentalisieren”.