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Frankreich schickt heimlich Atommüll nach Sibirien

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Frankreich schickt heimlich Atommüll nach Sibirien

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Per Bahn und auf dem Seeweg – Frankreich schickt tonnenweise Atommüll ins 8 000 Kilometer entfernte Sibirien. Diesen Skandal haben Journalisten der Pariser Zeitung LIBERATION aufgedeckt. Die französischen Grünen bezeichnen die Verantwortlichen vom Elektrizitätskonzern EDF und vom AKW-Betreiber Areva als “Öko-Kriminelle”.

Seit den neunziger Jahren werden jedes Jahr etwa 108 Tonnen abgereichertes Uran – das sind 13 Prozent der Abfälle aus französischen AKWs – nach Sibirien gebracht. In der Stadt Sewersk lagert der Atommüll offenbar unter freiem Himmel – wie auf einem Parkplatz. Offiziell gehört der atomare Abfall dann nicht mehr den Franzosen von EDF sondern dem russischen Aufbereitungsunternehmen Tenex. Und die russischen Atombehörden bestreiten den Skandal. Doch Umweltschützer sagen, den geheimen Handel von Atommüll gebe es seit den 70er Jahren. Schon 1984 hatte Greenpeace vor der belgischen Küste ein Schiff mit Atommüll aus französichen Kernkraftwerken entdeckt – damals war die unbequeme Fracht unterwegs nach Riga.