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Italien bestreitet Schmiergeld-Vorwurf

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Italien bestreitet Schmiergeld-Vorwurf

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Die italienische Regierung hat einen Zeitungsbericht der britischen Times zurückgewiesen, wonach sie den Taliban in Afghanistan Schmiergeld gezahlt haben soll.

Die Times hatte berichtet, der italienische Geheimdienst habe zehntausende US-Dollar an Taliban und örtliche Warlords gezahlt, um Ruhe in die von italienischen Soldaten bewachte Region zu bekommen. Ein Sprecher der Times: “Wir haben von diesen Zahlungen erfahren, weil es dem US-Geheimdienst gelang, einige der Telefongespräche zwischen den Taliban und dem italienischen Geheimdienst abzuhören.” Die betreffende Region in der Provinz Kabul galt während der italienischen Verwaltung bis Mitte 2008 als friedlich: Eben bis die Italiener das Kommando an die Franzosen übergaben. Der italienische Verteidigungsminister reagierte empört auf die Vorwürfe: “Ein derartiges Verhalten hat es nie gegeben! Ich finde es absolut verabscheuungswürdig, daß diese Zeitung zum wiederholten Mal solch anti-italienische Kampagnen startet und dazu ungeprüft den letzten Müll präsentiert. Sie haben das einfach so veröffentlicht.” Der Bericht sei zudem eine Beleidigung der italienischen Opfer des Afghanistan-Einsatzes. Doch die Times geht noch weiter: Italien habe der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF die Zahlungen verschwiegen, und so möglicherweise die Franzosen in Gefahr gebracht, die die Sicherheitslage in der Region dadurch falsch eingeschätzt hätten. Bei einem Angriff auf einen französischen Militärkonvoi waren im vergangenen August zehn Franzosen getötet und 21 weitere verletzt worden.