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Ari Vatanen und Jean Todt stellen sich

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Ari Vatanen und Jean Todt stellen sich

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24.10.09: Jean Todt wurde am 23. Oktober zum FIA-Präsidenten gewählt.

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Bei der Fernsehmesse Sportel in Monaco hatten wir Gelegenheit, mit Jean Todt zu sprechen. Der ehemalige Ferrari-Generaldirektor will neuer Präsident des Internationalen Automobilverbandes werden. Aber auch Ari Vatanen kandidiert. Kurz vor der Wahl stellen sie sich unseren Fragen.

euronews: Jean Todt – Sie sind ein Kandidat bei der Präsidentenwahl. Wann haben Sie die Lust verspürt sich zur Wahl zu stellen? Jean Todt: Für die Entscheidung habe ich einige Monate gebraucht. Ich habe Ferrari Ende März nach 16 anstrengenden Jahren verlassen. Ich war ja nicht nur in der Formel Eins sondern im ganzen Unternehmen tätig. Ich bin noch motiviert genug und habe noch viel Leidenschaft für ein neues Abenteuer. euronews: Muss man was ändern? Jean Todt: Wir müssen was ändern, wir können was ändern. Sie wissen, dass es notwendig ist, sich anzupassen. Man muss sich der Welt anpassen, in der wir heute leben. Wir befinden uns an einer Kreuzung. Man darf die Probleme nicht unterschätzen, die wir bewältigen müssen: Die Erderwärmung, der Kimawandel,das Energiesparen oder die schreckliche Wirtschaftskrise, die noch nicht beendet ist. Es gibt genug Herausforderungen. euronews: Man weiß, dass ein Formel-Eins-Team 300 bis 400 Millonen Euro pro Saison braucht. Jean Todt: Brutto! Vom Brutto muss man glücklicherweise die Einnahmen abziehen, die mehr oder weniger wichtig sind. euronews: Wollen Sie eine Obergrenze einführen? Jean Todt: Man muss dafür sorgen, dass es nicht mehr so teuer ist. Wenn die Kosten nicht sinken, ist die Formel Eins tot. euronews: Ihr Gegner bei der Präsidentenwahl ist Ari Vatanen. Er war ja mal in ihrem Team. Ein Wort über ihren Gegner. Jean Todt: Es ist für mich neu, Kandidat zu sein. Ich kann mich noch an die Rallye-Zeit als Teamchef bei Peugeot erinnern. Wir hatten zusammen schöne und nicht so schöne Momente. Jetzt ist er ein Präsidentschaftskandidat. Ich hoffe – trotz der Konkurrenz – daß mein Team gewinnen wird. euronews: Getroffen haben wir auch Ari Vatanen. Der ehemalige Rallye-Weltmeister ist auch ein Kandidat. Wie Jean Todt hat er einige Fragen beantwortet. Danke, dass sie Zeit für euronews haben. Warum stellen sie sich zur Wahl? Ari Vatanen: Ich sehe, dass es eine Öffnung gibt. Ich stelle auch eine gewisse Unterstützung von Leuten fest, die wollen, dass es im Verband wie in einer Gesellschaft zugeht: demokratisch, offen, ehrlich. Wo Menschen auch Rechenschaft ablegen müssen für Dinge, die sie getan haben. Es gab ja schon eine Öffnung. Wir wollen aber ein gemäßigte Revolution. Wie wird man unseren Sport entwickeln? Es kann nicht weiter in einem abgeriegelten System bleiben, sonst gibt es kein Wachstum mehr. Man könnte mehr Wachstum haben, wenn man die Lage löst. Heute gibt es viel Zweifel und Angst. Wie kann in einem solchen Klima den Sport entwickeln? Es liegt vor allem an einem Mangel an Demokratie. euronews: Ihr Blick ist vor allem auf die Rallye gerichtet. Sie waren ja mal Weltmeister. Sie haben die Rallye Dakar gewonnen. Glauben Sie, dass sie deshalb einen Nachteil haben werden, weil die Formel Eins auf der Seite von Jean Todt steht? Ari Vatanen: Wer hat gesagt, dass die Formel 1 hinter ihm steht? euronews: Jean Todt hat die Unterstützung von Bernie Ecclestone von Max Mosley oder von ehemaligen Fahrern wie Prost und Schumacher. Wird ihre Rallyebiografie Sie behindern? Ari Vatanen: Klar, sie haben die Leute in der Formel Eins nicht gefragt, ob sie einen alten Rennstall-Chef wollen. Meine Rallyevergangenheit stört mich nicht. Sie ist nicht undemokratisch und auch nicht autokratisch. Als FIA-Präsident ist es nicht so, wie als Teamchef, dass Du dir das Personal aussuchst. Du bist der Vater einer Adoptivfamilie, die du auch mal versöhnen musst. Und Du musst Sie repräsentieren und nicht teilen. euronews: Wir werden die Wahl des neuen FIA-Präsidenten verfolgen. Vielen Dank!