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Selbstmordwelle geht weiter

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Selbstmordwelle geht weiter

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Die Selbstmordserie beim französischen Telefonkonzern France Telekom setzt sich fort. Erneut nahm sich ein Mitarbeiter des Unternehmens das Leben. Der 48-jährige Ingenieur, der bereits seit vier Wochen krankgeschrieben war, wurde erhängt in seiner Wohnung aufgefunden.

Ein Sprecher der französischen Dienstleistungsgewerkschaft CFE: “Er war Jemand, der uns das ganze Ausmaß der Scherereien mitgeteilt hat, denen er ausgesetzt war. Diese werden bislang systematisch geleugnet.” Doch von systematischer Leugnung kann nun nach dem 25. Selbstmord-Opfer auch bei der Unternehmensleitung keine Rede mehr sein: Didier Lombard, Geschäftsführer von France Telekom: “Es ist jetzt absolut notwendig, dass wir die Maßnahmen beschleunigen, um aus diesem Teufelskreislauf herauszukommen. Wir müssen die Selbstmordwelle unbedingt stoppen, die dabei ist, dem Unternehmen sehr zu schaden”. Im Februar 2008 begann in dem Großkonzern, der allein in Frankreich rund 100.000 Mitarbeiter beschäftigt, eine Serie von Selbstmorden. Die Gewerkschaften sehen einen Zusammenhang mit den massiven Umstrukturierungsmaßnahmen, die der einstige Staatskonzern durchführt, um wettbewerbsfähig zu werden.