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Simbabwes Einheitsregierung liegt auf Eis

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Simbabwes Einheitsregierung liegt auf Eis

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Der Fall Roy Bennett hat in Simbabwe das Fass zum überlaufen gebracht. Der designierte Minister im Kabinett von Regierungschef Morgan Tsvangirai war am Tag seiner geplanten Vereidigung in Haft genommen worden. Der Vorwurf: Versuchter Umsturz.

Daraufhin hat Tsvangirai die Einheitsregierung seiner Partei MDC mit der Partei ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe bis auf weiteres auf Eis gelegt. Er sieht in Bennetts Verhaftung einen Fall von politischer Verfolgung. Tsvangirai: “Es ist unser Recht, uns von einem unehrlichen und unzuverlässigen Partner zu lösen. Das heisst, wir werden an den Kabinettssitzungen der Einheitsregierung mit Mugabes ZANU-PF nicht mehr teilnehmen, bis Vertrauen und Respekt wiederhergestellt sind. “ Das bedeute aber nicht die Auflösung des Regierungsbündnisses, betonte Tsvangirai. Bis zur Lösung aller strittigen Fälle werde man allerdings mit Mugabes Partei auch auf anderen Ebenen nicht mehr zusammenarbeiten. Die Einheitsregierung zwischen den ehemals erbitterten Feinden in dem Krisenstaat im südlichen Afrika besteht seit Februar. Mugabe regiert das Land seit der Unabhängigkeit im Jahr 1980 – zunehmend autokratisch. In Simbabwe herrschen Massenarbeitslosigkeit und Hyperinflation. Knapp ein Drittel der Bevölkerung ist auf Lebensmittelhilfe angewiesen.