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Flüchtlingswelle aus dem umkämpften Süd-Waziristan

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Flüchtlingswelle aus dem umkämpften Süd-Waziristan

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Die pakistanische Armee trifft bei ihrer Großoffensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan auf erbitterten Widerstand. Nach eigenen Angaben erzielten die gut 30.000 Soldaten erste Geländegewinne – man habe mehrere bislang von den Aufständischen besetzte Siedlungen nahe der afghanischen Grenze eingenommen. Bei den heftigen Gefechten seien mindestens 60 Taliban-Kämpfer und fünf Soldaten ums Leben gekommen.

Rund 100 000 Zivilisten sind schon vor den Kämpfen geflohen. Weitere 100 000 unterwegs. In Süd-Waziristan leben rund 600 000 Menschen. Shugher Jan Mehsood, Flüchtling: “Die Situation ist sehr schlimm. Unsere Familien, unsere Kinder leiden darunter. Wir wurden bombardiert, mit Granaten beschossen. Alle Hauptstrassen sind gesperrt, die Menschen fliehen über die Passtrassen.” Nach Überzeugung der Regierung wurden die meisten blutigen Terrorangriffe der letzten 14 Tage in Süd-Waziristan ausgeheckt. Dabei starben im ganzen Land 175 Menschen. Die unwegsame Grenzregion zu Afghanistan gilt als gefährlichster Winkel unter den Stammesgebieten und als Kaderschmiede für Selbstmordattentäter. Bis zu 15 000 gut ausgebildete Taliban- und El-Kaida-Kämpfer sollen sich in den Bergen verstecken, wo auch der neue pakistanische Taliban-Chef Hakimullah Mehsud seinen Unterschlupf hat. Insgesamt wird die Zahl aller Taliban-Kämpfer in Waziristan auf bis zu 40 000 geschätzt. Die Offensive soll nach Angaben der pakistanischen Militärführung bis zu acht Wochen dauern. In Lahore protestierten Demonstranten gegen den Einfluss der Vereinigten Staaten in der Region – viele führen Terrorattacken und Radikalisierung auf den Einmarsch der US-geführten Allianz in Afghanistan nach dem 11. September 2001 zurück.