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Spanien streitet um Abtreibungsrecht

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Spanien streitet um Abtreibungsrecht

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In Spanien sorgt eine von der Regierung geplante Änderung des Abtreibungsrechtes für Unmut. Mehr als hunderttausend Menschen demonstrierten in Madrid gegen die geplante Lockerung des Abtreibungsrechtes. Zu der Kundgebung hatten rund 40 Organisationen mit Unterstützung der katholischen Kirche und der oppositionellen, konservativen Volkspartei aufgerufen.

Der konservative Ex-Regierungschef José María Aznar sagte, seine Partei sei gegen ein Gesetz, das die Abtreibung zu einem gewöhnlichen Recht mache. Ebenso wenden sich die Konservativen gegen Pläne der Sozialisten, bereits 16-jährigen die Abtreibung ohne elterliche Erlaubnis zu gestatten. Gleichstellungsministerin Bibiana Aído entgegnete, dass es während der acht Jahre konservativer Regierungszeit in Spanien 500 000 Abtreibungen gegeben habe. Die Sozialisten verteidigten das Leben und wollten sicherstellen, dass keine Frau für eine so schwere Entscheidung ins Gefängnis müsse. Die Pläne der sozialistischen Regierung sehen vor, Schwangerschafts- Abbrüche künftig bis zur 14. Woche straffrei zu machen. In Sonderfällen sollen Abtreibungen sogar bis zur 22. Woche zulässig sein.