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Schwierige Verhandlungen in Bosnien-Herzegowina

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Schwierige Verhandlungen in Bosnien-Herzegowina

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Begleitet von Protesten sind in Bosnien-Herzegowina Verhandlungen zu einer möglichen Verfassungsänderung in eine zweite Runde gegangen. Mit der von der EU und den USA geforderten Verfassungsreform soll die Bundesebene des Staates gestärkt werden, der in seiner derzeitigen Form als unregierbar gilt. Allerdings: die drei Volksgruppen des Landes lehnen die Vorschläge von Europäern und den USA bislang strikt ab.

Haris Silajdzic, muslimisches Mitglied im dreiköpfigen Staatspräsidium, sagte, man sei zusammengekommen, weil der Dayton Vertrag nicht umgesetzt worden sei, weil die einzelnen Volksgruppen sehr wählerisch darin gewesen seien, was sie umsetzten. Das sei der Grund des Treffens und die Ursache der aktuellen Situation im Land. Auch die Serben beklagen eine Missachtung des Vertrags. Bosnien-Herzegowina ist nach dem Dayton-Vertrag in zwei weitgehend autonome Landesteile gespalten. Die drei im Land lebenden Volksgruppen – Serben, Kroaten und bosnische Muslime – sind zerstritten. Eine Stärkung der Bundesebene ist für das Land nach Ansicht von EU und USA Voraussetzungen für den Weg in die EU und die NATO. Die Gespräche im EUFOR Camp Butmir nahe der Hauptstadt Sarajevo sollen auch morgen weitergehen.