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Serbien und Russland - die slawischen Brüder

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Serbien und Russland - die slawischen Brüder

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So wird in Belgrad serbisch-russische Waffenbrüderschaft gefeiert. In diesem Fall jene von Tito-Partisanen und Roter Armee, die vor 65 Jahren den Sieg über die deutsche Wehrmacht brachte.

Die “slawischen Brüder” sind einander auch sehr nahe, wenn es um den Kosovo-Konflikt geht. Das galt schon vor 11 Jahren, als der serbische Versuch einer “ethnischen Säuberung” erst Flucht und Vertreibung und dann den “Kosovo-Krieg” heraufbeschwor. Im Januar ´99 unternahmen westliche Politiker mit US-Außenministerin Madeleine Albright an der Spitze im französischen Rambouillet einen letzten Vermittlungsversuch. Als der scheiterte, kamen ab März die NATO-Bomber zum Einsatz. 70 Tage dauerten diese völkerrechtlich durchaus umstrittenen Angriffe, bei denen auch serbischen Zivilisten starben. Treuester Verbündeter des serbischen Präsidenten Milosevic war in jenen Tagen seinen russischer Kollege Jelzin. Der verpasste den NATO-Militärs eine höchst unangenehme Überraschung, indem er seine Truppen kurzerhand den Flughafen von Pristina besetzen ließ. Noch ehe jemand rufen konnten:“Die Russen kommen”, waren die schon mit im Spiel um Macht und Einfluß ganz hinten auf dem Balkan. 2002 gab es im Kosovo dann endlich Wahlen, der moderate Ibrahim Rugova wurde Präsident. Gelöst waren die Probleme damit aber nicht, denn die serbische Bevölkerung – im Kosovo nun in der Minderheit – verweigerte die Mitarbeit. Statt dessen flogen Steine und Brandflaschen, besonders oft in der je zur Hälfte von Serben und von Kosovo-Albanern bewohnten Stadt Mitrovica. In dieser Situation sollte der verhandlungserfahrene ehemalige finnische Staatspräsident Martti Ahtisaari vermitteln, die verfeindeten Volksgruppen im Kosovo zu einem tragfähigen Kompromiß führen. Er mühte sich vergeblich. Im Februar 2008 riefen die Kosovo-Albaner den unabhängigen Staat KOSOVO aus. Anerkannt von 62 Staaten, darunter 22 EU-Mitglieder und die USA. Der Staat Kosovo lebt nun vor allem von EU-Hilfen, von Reaktivierung der eigenen Wirtschaft kann nach wie vor kein Rede sein. Da kommt es gelegen, dass die russischen Verbündeten für ihre eigene Energiepolitik serbisches Territorium nutzen möchten. Stichwort “South Stream”. Russisch:Южный поток. Das ist eine geplante russisch-italienische Erdgas-Pipeline. Serbien wird als Transitland gebraucht,um das Gas auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres bis Österreich leiten zu können. South Stream gilt als ein Konkurrenzprojekt für die von der EU bevorzugte geplante Nabucco-Pipeline, die russisches Territorium umgehen soll. So wird Serbien für Russland zum gefragten Partner.