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Geiselnahme bei Paris endet glimpflich

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Geiselnahme bei Paris endet glimpflich

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Eine Geiselnahme in einem Supermarkt in der Nähe von Paris hat ein glimpfliches Ende genommen. Die sechs festgehaltenen Angestellten einer Lidl-Filiale wurden unverletzt freigelassen. Die drei Geiselnehmer wurden festgenommen.

Die örtliche Polizei hatte Spezialisten der Antiterror-Einheit RAID angefordert – zu deutsch Recherche, Unterstützung, Intervention, Abschreckung. Polizeisprecher Christophe Ragondet: “Der bewaffnete Raubüberfall wurde versucht, kurz bevor der Laden öffnete – gegen acht Uhr etwa. Ziel war vermutlich die Kassenreihe, also das Wechselgeld – keine Riesensumme höchstwahrscheinlich. Dumm gelaufen für die Angreifer – das Öffnen der Geldbehälter dauerte so lange, dass die Polizei eingreifen konnte.” Einige Mitarbeiter sind inzwischen wieder zur Tagesordnung übergegangen. Eine Angestellte: “Es gibt kein Problem. Wir hatten auch noch nie eines. Das sind so Sachen, die kommen einfach vor.” Zwei der bewaffneten Täter hatten die Mitarbeiter des Discount-Marktes in Sevran im Departement Seine-Saint-Denis in ihre Gewalt gebracht, als die Polizei angerückt war. Einer versuchte zu fliehen – er wurde als erster geschnappt. Die beiden andern liessen nach und nach ihre Geiseln frei, kurz nach 11 Uhr kam der erste Mann mit den Händen über dem Kopf aus dem Geschäft, einige Minuten später ergab sich auch ein zweiter Täter. Nach Augenzeugenberichten waren rund sechzig Polizisten vor Ort. Die Spezialeinheit RAID der französischen Police Nationale besteht vor allem aus Polizisten, aber auch aus Psychologen und Ärzten. Sie wurde vor 24 Jahren als Reaktion auf eine Serie von Bombenanschlägen gegründet und ist unter anderem für die Sicherheit im Kanaltunnel, von Kernkraftwerken, für den Einsatz bei Flugzeugentführungen und Straftaten gegen Züge und andere wichtige öffentliche Einrichtungen zuständig. Ausserdem schützt sie offizielle ausländische Besucher.