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Schwierige Stichwahl in Afghanistan

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Schwierige Stichwahl in Afghanistan

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Erleichterung bei der Internationalen Gemeinschaft über die Entscheidung des afghanischen Präsidenten. Amtsinhaber Hamid Karsai hatte einer zweiten Runde der vom Betrug überschatteten Präsidentschaftswahl zugestimmt. Das entsprach der Forderung unabhängiger Wahlbeobachter. Freude auch bei seinem Herausforderer Abdullah Abdullah. Er sagte: “Ich danke Herrn Karzai dafür, dass er die Ergebnisse akzeptierte und diese Entscheidung getroffen hat. Ich habe ihn am Abend angerufen und mich bei ihm bedankt.”

Karzai mußte einsehen, das er die für einen Sieg im ersten Wahlgang notwendige absolute Mehrheit nach Abzug gefälschter Stimmen verfehlt hatte. Nach Angaben der Wahlkommission (IEC) kam er auf 49,67 Prozent der Stimmen. Nun hätten die Afghanen eine weitere Möglichkeit ihren Präsidenten zu wählen, sagte Karzei. Eine Regierung der Nationalen Einheit mit dem Abdullah-Lager lehnte er ab. Nun werden die Afghanen am 7. November erneut an die Urnen gerufen. Skepsis bei Analysten. Haroon Mire meinte : “Die Logistik die die Unabhängige Wahlkommission zur Durchführung der Wahl braucht ist riesig. Monitore, Wahlkabinen, Zettel und Bleistifte müssen bereitgestellt werden. Dafür muss Personal her. Dafür müssen Menschen angeworben werden. Und dann gibt es noch das Problem, dass selbst die Anhänger von Abdullah der Wahlkommission nicht trauen. Die Wahl in knapp 15 Tagen durchzuführen, auch angesichts der angespannten Sicherheitslage, ist sehr ehrgeizig.” US-Präsident Obama, UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere begrüßten ausdrücklich die Entscheidung Karzais, es auf eine Stichwahl ankommen zu lassen.