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Flüchtlingscharter nach Kabul

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Flüchtlingscharter nach Kabul

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Frankreich hat zum ersten Mal seit 2005 wieder afghanische Flüchtlinge in ihre Heimat abgeschoben. Die gemeinsam mit Großbritannien organisierte Rückführung betraf insgesamt 27 illegale Einwanderer. Ihre Abschiebung sorgte bei den französischen Sozialisten und bei Menschenrechtsorganisationen für Empörung. (Die Organisation SôS sprach sogar von einem “Charter in den Tod.” “Hier sollen Menschen zwangsweise zurückschickt werden, die dort von den Taliban verstümmelt oder zwangsrekrutiert werden,” warf ein Vetreter einer Hilfsorganisation der Regierung Sarkozy vor. Frankreichs Einwanderungsminister Eric Besson wiegelte indes ab, Frankreich achte darauf, dass nur in sogenannte “sichere Zonen” in Afghanistan abgeschoben werde. “Allein die Tatsache, dass im Herkunftsland Krieg herrscht, berechtigt nicht zum Aufenthalt in irgendeinem entwickelten Land der Welt. Die Rückführungsmaßnahmen betreffen nur Personen, die aus der Nähe von Kabul stammen und nicht aus Aufständischen-Gebieten im Süden des Landes,” führte er aus. Tausende Flüchtlinge versuchen jährlich, von Frankreich aus nach Grossbritannien zu gelangen. Dies sorgte immer wieder für Streit zwischen den beiden Ländern.