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Sacharow-Preis geht an russische Menschenrechtler

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Sacharow-Preis geht an russische Menschenrechtler

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Der Sacharow-Preis des EU-Parlaments geht in diesem Jahr an die russische Menschenrechtsorganisation Memorial. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde stellvertretend den drei Aktivisten Ljudmila Alexejewa, Sergej Kowaljow und Oleg Orlow zugesprochen. Die seit 20 Jahren aktive Organisation setzt sich für den Schutz der Grundrechte in russischen Konfliktgebieten ein.

Parlamentspräsident Jerzy Buzek sagte: “Es gab in den letzten 20 Jahren so viel Veränderungen in dem osteuropäischen Teil Europas. Wir sind besorgt, dass es in manchen östlichen Ländern nicht soviel Veränderung gibt, wie wir erwartet hätten. Es besteht Bedarf, dies zu verbessern.” Seit Jahren prangert die Organisation massive Menschenrechtsverletzungen durch die russische Armee in Tschetschenien an. Die Aktivistin Natalja Estemirowa, genannt Natasha, war im Juli in der abtrünnigen Kaukasus-Republik verschleppt worden. Wenig später wurde sie ermordet in Inguschetien aufgefunden. Die Organisation setzte trotz Lebensgefahr ihre Arbeit in Grozny fort. Natasha sollte der Preis gewidmet werden, meint der Memorial-Vorsitzende Oleg Orlew: “Es ist erfreulich, diese Anerkennung zu bekommen, aber es verbessert nicht die Sicherheit des Einzelnen. Meiner Meinung hätte Natasha den Preis erhalten sollen. Sie bekam ihn nicht, weil sie erschossen wurde.” Memorial wurde 1988 auf die Initiative von Andrej Sacharow hin gegründet. Inzwischen reicht die Organisation über Russland hinaus, weltweit gibt es fast 90 Gruppen.