Eilmeldung

Eilmeldung

80 Jahre "Schwarzer Donnerstag" an der Wall Street

Sie lesen gerade:

80 Jahre "Schwarzer Donnerstag" an der Wall Street

Schriftgrösse Aa Aa

Vor 80 Jahren brach an der New Yorker Börse eine Welt zusammen. Der 24. Oktober sollte zum “Schwarzen Donnerstag” werden, dem Startschuss für die Weltwirtschaftskrise und 15 Jahre Rezession.

Ärger hatte schon die ganze Woche in der Luft gelegen. Die Polizei riegelte vorsorglich die Gegend um die Wall Street ab. Dejà vu ? Der New Yorker Börsenhändler David Henderson: “Klar, beim Börsenkrach von 1929 gerieten viele in Panik. Es klingt unglaublich, aber meine Familie arbeitet seit fünf Generationen an der Börse. Und der Schwarzen Donnerstag passierte zur Zeit meines Grossvaters.” “Wenn du mitten drin bist, dann sieht es immer aus wie das Ende der Welt,” so Hendersons Kollege Teddy Weisberg. Er erlebte den Absturz von 1987, die Dotcom-Blase im Jahr 2000, das Zittern nach dem 11. September 2001 und jetzt seit zwei Jahren die Finanzkrise. Sein Fazit: Was die Börse bewege, seien vor allem Emotionen. Der Crash vor 80 Jahren folgte auf die “Roaring 20s” – eine Phase der Euphorie. Am Ende waren 2/3 der Spekulationsgelder nur geliehen. Alle kauften, um Geld zu machen. Selbst als dann alles zusammengebrochen war, konnten es viele einfach nicht glauben. Leena Akhtar vom Museum of American Finance: “Wir zeigen die Zeitung vom Tag nach dem Schwarzen Donnerstag…das Ende der Krise wurde viel zu früh verkündet, wie man sieht.” Gilt dieser Mechanismus am Ende auch für die aktuelle Krise ? Die US-Notenbank sieht bereits eine “frühe Phase der Erholung” gekommen… Richard Sylla, Professor an der Business-School NYU Stern: “Politik und Notenbanken haben ihre Lektion aus den Jahren 1929 und 1933 gelernt und beherzt eingegriffen – so hat sich die miese Lage wenigstens nicht verschlimmert.” So mancher Experte bleibt aber skeptisch Börsenhändler Alan Valdes: “Damals hiess es “New Deal” – heute nennen wir es Konjunkturprogramm – dieses Jahr haben wir 700 Milliarden Dollar ausgegeben – und keinen einzigen neuen Job geschaffen.” ……aber dafür möglicherweise die Grundlage für den nächsten Crash. Bisher haben sieben Millionen Amerikaner ihren Job verloren – die Arbeitslosigkeit ist auf 20-Jahres-Hoch. Was lernen wir aus der Krise vor 80 Jahren ? Damals wie heute stand am Anfang eine Finanzblase. Und Blasen platzen immer.