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Personalrochaden im neuen deutschen Kabinett

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Personalrochaden im neuen deutschen Kabinett

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Angela Merkels zweites Kabinett steht. In der Nacht zum Samstag haben Union und FDP ihre Koalitionsverhandlungen abgeschlossen. Bis zuletzt wurde um die Höhe der Steuerentlastungen gestritten. Jetzt sollen es 24 Milliarden Euro werden. Auch der von der FDP geforderte Stufentarif in der Einkommensteuer soll eingeführt werden. Am Sonntag und Montag sollen Sonderparteitage den Koalitionsvertrag billigen.

Überraschung löste die Ministerliste aus. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wechselt, wie aus Verhandlungskreisen inoffiziell verlautet, in Finanzministerium und muss sich um das Milliardenloch im Bundeshaushalt kümmern. Die Wehrpflicht soll von neun auf sechs Monate verkürzte werden, die FDP wollte sie ganz abschaffen. Nur 18 Jahre nach seinem eigenen Wehrdienst als Gebirgsjäger wird der Shooting-Star der alten Bundesregierung, Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg neuer Verteidigungsminister. Der bisherige Chef auf der Hardthöhe, Franz-Josef Jung wechselt ins Arbeitsministerium. Mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister, Philipp Rösler wird erstmals ein Zuwanderer Bundesminister. Als Bootflüchtling kam er im Alter von neun Monaten aus Vietnam nach Deutschland. Nun wird er für eines der wichtigsten Projekte der schwarz-gelben Bundesregierung verantwortlich sein, der Reform des Krankenversicherungssystems, die 2011 in Kraft treten soll.