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UN rechnet mit 250 000 Flüchtlingen in Pakistan

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UN rechnet mit 250 000 Flüchtlingen in Pakistan

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Der Krieg gegen die pakistanischen Taliban geht mit unverminderter Härte weiter. Bei der Operation in der Stammesregion Süd-Waziristan nahe der afghanischen Grenze wurden nach Angaben des Militärs bislang mehr als 140 Aufständische getötet.

Gleichzeitig starben im ganzen Land in diesem Monat fast 200 Menschen bei Angriffen und Anschlägen. Seit gut einer Woche kämpfen etwa 30.000 Soldaten schätzungsweise gegen bis zu 12.000 Taliban-Rebellen. Als psychologischen Durchbruch bewertet die Armee die Einnahme von Kotkai, Heimatdorf des gesuchten Taliban-Führers Hakimullah Mehsud. Mit grossem Aufwand wurde der Ort zum zweitenmal eingenommen. Nach Armee-Angaben hatten Militärs in den vergangenen drei Tagen das Dorf umstellt. Kampfflieger und Hubschrauber beschossen mutmaßliche Stellungen Aufständischer in der Umgebung. Seit Beginn der Militäraktion haben Zehntausende Süd-Waziristan in Richtung der Nachbardistrikte Dera Ismail Khan und Tank verlassen. Dort werden sie registriert – die UN-Flüchtlingshelfer kommen auf mehr als 100 000 Menschen. Man sei auf eine Viertelmillion vorbereitet, so das Hilfswerk UNHCR. Omar Khan ist einer der Flüchtlinge: “Wir haben vier Tage gebraucht von Barwand bis hierher. Unterwegs war es sehr hart. Weder Nahrungsmittel gab es noch sonst irgendetwas. Wir mussten über Berge und durch menschenleere Gegenden. Wir haben alles verloren.” Die Armee hat die Strassen gesperrt, die Flüchtlinge kommen meist über Bergpfade. Auffanglager gibt es noch nicht. Die Menschen kommen bei Gastfamilien unter. Die Regierung hat eine Nachrichtensperre verhängt, Journalisten haben keinen Zugang zum Kampfgebiet.