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Vor dem Prozessbeginn gegen Radovan Karadzic

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Vor dem Prozessbeginn gegen Radovan Karadzic

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Sie fahren mit Bussen von Sarajewo zum Prozessauftakt gegen den ehemaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic nach Den Haag: Hinterbliebene der Opfer von Kriegsverbrechen, für die Karadzic verantwortlich sein soll. Viele von ihnen haben Angehörige bei dem Massaker von Srebrenica verloren, rund 8000 Bosniaken wurden damals ermordet.

Ein Mitglied eines Opferverbandes sagte: “Wir wollen bloß Gerechtigkeit. Wir wollen Gerechtigkeit und die Wahrheit und hoffen, daß das Gericht aufgrund der Erfahrungen, die sie schon im Milosevic-Prozess gesammelt haben, Karadzic für seine Verbrechen angemessen bestraft.” In Montenegro liegt der Geburtsort von Karadzic. Ein Cousin hat in einer Kirche eine Art Schrein für ihn aufgestellt. Für ihn hat Karadzic eine weiße Weste: Vukosav Karadzic: “Wir wissen, daß er sauber und unschuldig ist. Er hat aus gutem Grund gekämpft. Er war auf dem richtigen Weg, er wollte eine freie, serbische Republik. Er hat für seine Leute so gekämpft, wie alle anderen auch für ihre Sache gekämpft haben.” Am Montag soll der Prozess gegen Karadzic beginnen. Die Anklagepunkte sind Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der ehemlige Serbenführer hat angekündigt, nicht vor die Richter treten zu wollen. Er habe zu wenig Zeit für seine Verteidigung gehabt, sagt er.