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Yelena Isinbayeva, Prinz-von-Asturien-Sportpreis

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Yelena Isinbayeva, Prinz-von-Asturien-Sportpreis

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Der russischen Stabhochspringerin Yelena Isinbayeva ist der renommierte Prinz-von-Asturien-Sportpreis verliehen worden. Vor 18 Jahren wurde dieser Preis in der Disziplin Stabhochsprung schon einmal vergeben – damals an den Ukrainer Sergei Bubka. Yelena Isinbayeva ist eine Ausnahmeathletin. Daran ändert auch ihre jüngste Niederlage bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin nichts. Sie wurde in ihrer Karriere zweimal Weltmeisterin, gewann 2 Olympische Goldmedaillen und stellte 27 Weltrekorde auf. EuroNews traf Isinbayeva in Oviedo – wenige Stunden bevor sie den Preis in Empfang nahm.

Guten Abend, Yelena, herzlich Willkommen. Ich gratuiere Ihnen und die erste Frage lautet natürlich: Wie wichtig ist Ihnen dieser Preis? Yelena Isinbayeva: “Ich bin sehr glücklich, daß ich diese Auszeichnung bekomme, das ist eine große Ehre für mich. Das ist eine tolle Anerkennung meiner Leistungen; meiner Arbeit und der Arbeit meines Trainers. Und es ist mir bewußt, dass dieser Preis nicht nur die sportlichen Leistungen würdigt, sondern auch die Vorbildfunktion hervorhebt, die man als Sportler hat. Also, dieser Preis ist toll!” “Zweieinhalb Monate ist ihre Niederlage bei der Leichtathletik-WM in Berlin her. Seitdem haben sie schon wieder einen neuen Weltrekord aufgestellt, haben bei der “Golden League “ den Jackpot geknackt und jetzt bekommen sie den Prinz-von-Asturien-Preis. Neben all diesen Erfolgen – wie ordnen Sie Ihre Niederlage in Berlin ein?” Yelena Isinbayeva: “Ich betrachte die Niederlage als eine Lehrstunde, eine sehr wertvolle Lehrstunde. Natürlich war es ein Rückschlag, aber es war auch eine Art Wachrütteln. Und ich bin froh, daß es in Berlin und nicht woanders, bei einem wichtigeren Wettkampf, passiert ist. Ich konnte danach meine Schwerpunkte neu setzen. Plötzlich stand ich auf einmal unten und nicht wie üblich oben auf dem Podest, wo mir Alle zujubeln. Außerdem konnte ich mir genau ansehen, wie meine Leute um mich herum auf eine Niederlage reagieren. Das war auch interessant.” . Bis heute kommt niemand an die Erfolge des ehemaligen Stabhochspringers Sergey Bubka heran, mit dem sie oft verglichen werden. Sie sind ähnlich erfolgreich. Sehen Sie in der jüngeren Generation jemanden, der in ihre Fußstapfen treten oder sie sogar überholen könnte? Yelena Isinbayeva: “Ehrlich gesagt, es ist schwierig für mich junge Mädchen zu beurteilen, die gerade erst mit dem Stabhochsprung angefangen haben. Ich kann nicht sehen, ob jemand gut springt oder nicht. Unser Sport ist sehr komplex, in physischer wie psychischer Hinsicht. Wenn die ersten großen Erfolge einsetzen und man die ersten Titel holt, dann kommt der Test, wie stark man wirklich ist, den Druck aushalten kann. Deswegen ist es jetzt noch nicht absehabar, wer es schaffen könnte, mich herauszufordern. Aber ich bin mir sicher, dass die nächste Generation, die jetzt zu uns Sportlern aufschaut, daß die versuchen wird, nach oben zu kommen.” Ihr aktueller Weltrekord liegt bei 5 Meter 06. Wo liegt ihr Limit? Welche Höhe sind Sie jetzt und in Zukunft in der Lage zu springen? Yelena Isinbayeva: “Wissen Sie, ich setze mir nie ein Limit. Und mein Trainer sagt auch: spring, solange du kannst. Arbeite an dir und deiner Technik und dann wird alles gut. Ich wäre aber froh, wenn ich bis zum Ende meiner Karriere 5 Meter 20 oder 25 schaffen könnte. Von 5 Meter 30 kann ich nur träumen, also lassen Sie uns darüber lieber nicht sprechen. Aber das wäre wirklich fantastisch. Aber noch einmal: Nur Gott weiß, wie hoch ich springen werde und es hängt auch ganz stark von anderen Faktoren ab: Die Gesundheit, die Form. Ich werde auch nicht jünger und mein Körper leistet ununterbrochen Schwerstarbeit. Ich bin ein Mensch und nicht aus Stahl, aber ich werde immer versuchen, noch höher zu springen.” Das gleiche sagte auch damals Bubka. Wenn er sich nicht Zentimeter um Zentimeter verbessert hätte, sondern auf einen Schlag, dann hätte er Zeit gespart und Kraft. Sie haben eine ähnliche Taktik. Haben Sie keine Angst, dass sie später bestimmte Höhen nicht mehr erreichen können? Yelena Isinbayeva: “Natürlich besteht die Gefahr. Aber ich habe aus Bubkas Fehlern gelernt. Mein Trainer und ich sind der Meinung, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen. Ich möchte mein Langzeitziel erreichen und 36 Weltrekorde aufstellen. Und direkt danach werde ich versuchen, die höchste Höhe zu springen. Und zwar auf einen Schlag und nicht Zentimeter für Zentimeter. Natürlich werden es nicht 5 Meter 50 werden, aber wir werden die Latte dann verdammt hochhängen.” Ein neuer olympischer Zyklus hat jetzt begonnen. Das große Ziel aller Athleten sind jetzt die olympischen Spiele in London. Für Sie werden es die vierten Spiele sein. Werden Sie nach London aufhören oder haben Sie auch noch Rio im Blick? Yelena Isinbayeva: “Ich denke, ich kann mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, daß London meine letzten olympischen Spiele sein werden. Nach London möchte ich noch bei der Weltmeisterschaft in Moskau 2013 antreten. Nach Rio werde ich vielleicht als Ehrengast reisen, aber nicht als Teilnehmerin. Yelena, Sie sind eine kultivierte und erfolgreiche Sportlerin. Wenn sie 10, 15 Jahre zurückblicken und dann die Zeit mit heute vergleichen. Was fühlen Sie? Yelena Isinbayeva: “Ehrlich, ich empfinde Stolz. Zunächst einmal darüber, dass ich selbst an mich geglaubt habe. Vor 15 Jahren hat niemand damit gerechnet, daß ich so weit kommen würde. Aber ich habe immer fest daran geglaubt, dass eines Tages etwas ganz Großes in meinem Leben passieren wird. Ich habe immer hart gearbeitet. Ich habe mit 5 Jahren mit Kunstturnen angefangen und bin mit 15 zum Stabhochsprung gewechselt. Und ich habe immer davon geträumt, Olympiasiegerin und eine berühmte Sportlerin zu werden. Ich habe mir gesagt, wenn ich hart dafür arbeite und fest daran glaube, dann schaffe ich das auch. Und deswegen kann ich heute sagen, dass ich stolz auf mich bin. Niederlagen oder Triumphe konnten mich nicht verändern oder von meinem Weg abbringen. Ich habe bisher alles gemeistert, was mir passiert ist, und so soll es auch weitergehen.” Und die letzte Frage: Weihnachten und Sylvester stehen vor der Tür. Was wünschen Sie sich und Ihren Mitmenschen? Yelena Isinbayeva: “Natürlich wünsche ich allen Menschen Glück und Zufriedenheit. Dass sie an sich glauben und ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Die Neujahrsnacht ist eine magische Nacht. Ich bin mir sicher, daß in dieser Nacht die Wünsche die man hat, erfüllt werden. Man muß nur fest genug daran glauben. Also: Ganz viele Spaß an Alle und auf das alle Wünsche wahr werden. Frau Isinbayeva, vielen Dank für das Gespräch.