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Jerusalem: Erneute Unruhen auf dem Tempelberg

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Jerusalem: Erneute Unruhen auf dem Tempelberg

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Bei erneuten Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem sind zwölf Palästinenser festgenommen worden.

Nach Angaben der israelischen Polizei hätten junge Muslime Steine und eine Brandflasche auf israelische Sicherheistkräfte geworfen, die zu einer Routinepatrouille auf der Stätte unterwegs gewesen seien. Diese wird sowohl von Juden als auch von Muslimen als Heiligtum verehrt. Mehrere Dutzend Muslime verschanzten sich vor der Polizei in der Al-Aksa-Moschee. Die Proteste stehen offenbar im Zusammenhang mit einem Treffen einer rechtsorientierten jüdischen Gruppierung in Jerusalem. Die Vereinigung, die von Rabbinern und rechtsgerichteten Abgeordneten unterstützt wird, wollte nach Medienberichten eine Massendemonstration von Juden auf dem Tempelberg organisieren. Laut Polizei riefen nach dem Treffen auch Palästinenser und Araber zu Protesten auf. Die israelische Regierung wirft den pälästinensischen Behörden vor, seit Wochen zu Unruhen auf dem Tempelberg aufzurufen. Die Muslime hätten mit den Ausschreitungen begonnen, so Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Von einem palästinensischen Sprecher war dagegen zu hören, es handle sich um eine Provokation, wegen der sich die Palästinenser Sorgen machten. Im Jahr 2000 hatte der demonstrative Besuch des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon auf dem Tempelberg den zweiten palästinensischen Volksaufstand, die sogenannte Intifada, ausgelöst.