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"Eine Geste gegenüber den Frauen Mauretaniens"

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"Eine Geste gegenüber den Frauen Mauretaniens"

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Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Für mich ist meine Nominierung eine Geste gegenüber den Frauen Mauretaniens.”

Mauretanien hat als erstes arabisches Land eine Außenministerin. Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes übt ihr Amt in der Regierung des neuen Präsidenten Mohamed Oueld Abdulaziz aus. Sie stammt aus einer wohlhabenden Händlerfamilie aus dem Norden. Ihr Vater war Außenminister in den siebziger Jahren. Euronews: “Frau Ministerin, sie gehören der Regierung unter dem Präsidenten Ould Abdel Aziz an. Sie stehen an der Spitze des Außenministeriums und sie sind die erste Frau in diesem Amt. Was sind die großen Linien der Außenpolitik des neuen Präsidenten?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Nach den Wahlen hat Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz in seiner Rede zur Amtseinführung betont, dass die mauretanische Außenpolitik die Interessen Mauretaniens und die des mauretanischen Volkes verfolgt. Wir werden arbeiten, um unsere Diplomatie zu einer produktiven Diplomatie, zu einer Diplomatie der Entwicklung zu machen. Die Außenpolitik Mauretaniens wahrt die Interessen und befriedigt die Bedürfnisse des mauretanischen Volkes.” Euronews: “Frau Ministerin, Präsident Ould Abdel Aziz ist nach Venezuela gereist. Er unterhält gute Beziehungen mit Hugo Chavez, mit Muammar Gaddafi aus Libyen sowie mit dem Iran. Wird es eine Neurorientierung in der Außenpolitik geben?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Ab heute beruhen die Beziehungen mit den Brüderländern und den befreundeten Ländern vor allem auf gegenseitigem Respekt. Sie beruhen auf der Souveränität des mauretanischen Staates und der Interessen des mauretanischen Volkes. Alle Brüder und Freunde, die bereit sind mit uns zu arbeiten, und die diese Prinzipien respektieren, sind willkommen, und wir sind offen gegenüber jeglicher Zusammenarbeit mit Ländern, die unsere Souveränität respektieren.” Euronews: “Frau Ministerin, wir wissen, dass der Präsident Ould Abdel Aziz diesen Monat für ein Arbeitstreffen am 26. nach Frankreich reist. Welche Themen werden mit dem französischen Präsidenten Sarkozy besprochen?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Bei diesem Treffen werden verschiedene Themen besprochen und bearbeitet. Gewisse Themen haben für den Präsidenten Vorrang. Er hat sich engagiert, die nötigen Reformen im Bereich der Gesundheit, der Bildung, der Infrastruktur und der Sicherheit durchzuführen. Dies ist im Interesse der Mauretanier und der Ausländer, die in Mauretanien leben.” Euronews: “Möchten Sie damit sagen, dass Frankreich Mauretanien Hilfe zukommen lassen kann, etwa bei der Ausbildung der mauretanischen Armee? Oder dass Frankreich mit militärischer Hilfe zur Erhaltung der Sicherheit innerhalb des Landes beitragen kann?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “All jene, die dem mauretanischen Staat dabei helfen wollen die Lebensqulität seiner Bürger zu verbessern, können dies tun.” Euronews: “Gibt es eine Antwort, hat Frankreich seine Bereitschaft geäußert eine solche Hilfe zu leisten?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Wir sind bereit mit allen Ländern zu arbeiten, die ihre Bereitschaft geäußert haben, mit Mauretanien zusammen zu arbeiten.” Euronews: “Wir wissen, dass es in Mauretanien in letzter Zeit Terroranschläge gab. Gibt es einen Plan oder eine Form der Zusammenarbeit mit Frankreich in Bezug auf dieses spezifische Thema?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Ich möchte ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dass es auf mauretanischem Boden keine Trainingslager für Terroristen und auch keine Terroristen-Zellen gibt. Aber es dringen natürlich Terroristen aus den Grenzländern bei uns ein. Wir bemühen uns darum, diesem gefährlichen Phänomen ein Ende zu bereiten. Und wir sind bereit mit allen Ländern zu kooperieren, die dabei mithelfen wollen in Mauretanien und in den betroffenen Ländern für die Sicherheit der Bürger zu sorgen.” Euronews: “Nach dem Gaza-Konflikt hat der mauretanische Präsident die israelische Botschaft in Nouakchott geschlossen. Wird sie wiederöffnet?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Für die Regierung und den mauretanischen Präsidenten hat die Verbesserung des Lebensstandards der Mauretanier absoluten Vorrang. Alle anderen Themen, werden behandelt werden, wenn es günstig erscheint.” Euronews: “Mauretanien ist ein Durchgangsort für die illegale Einwanderung nach Europa. Dies betrifft Europa und insbesondere Frankreich und Spanien. Italien hat, was dies betrifft, ein Abkommen mit Libyen abgeschlossen. Gibt es ein Übereinkommen zwischen Mauretanien und Europa oder wird sich darum bemüht die illegale Einwanderung einzuschränken? Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Selbst wenn es Übereinkommen mit Ländern gibt, um die illegale Einwanderung einzuschränken, glaube ich, dass man, um dieses Problem zu lösen, gegen die Armut und die Ignoranz vorgehen muss. Wenn Massnahmen gegen die Armut ergriffen werden, dann wird mit Sicherheit eines Tages auch die illegale Einwanderung zurückgehen.” Euronews: “Eine letzte Frage, die sie persönlich betrifft, sie sind in der arabischen Welt die erste Außenministerin. Mauretanien hat eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet. Wie kommt das? Engagiert sich der mauretanische Präsident für die Emamzipation der Frauen in der politischen Landschaft? Oder liegt es daran, dass ihr Vater lange Zeit das Amt des Außenministers inne hatte?” Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: “Ich bin stolz auf die politische Karriere meines Vaters, dem das Wohl Mauretaniens am Herzen lag. Für mich ist meine Nominierung eine Geste, die auf die Integration der intellektuellen Frauen Mauretaniens abzielt. Die Frauen stellen die Hälfte, rund 52%, der mauretanischen Gesellschaft dar.” Euronews: Vielen Dank Frau Ministerin Alnaha Bint Djaddi Oueld Meknes: Ich danke Ihnen.