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Massaker von Srebrenica und andere Greueltaten

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Massaker von Srebrenica und andere Greueltaten

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Radovan Karadzic war während des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995 Präsident der bosnischen Serbenrepublik und damit Oberkommandierender ihrer Streitkräfte. Die Anklage umfasst elf Punkte; der wohl schwerwiegendste, Karadzic habe das Massaker an bis zu 8000 muslimischen Männern und Jungen in Srebrenica geplant und angeordnet. Bosnisch-serbische Einheiten hatten am 11. Juli 1995 die UN-Schutzzone eingenommen, Männer und Jungen selektiert und systematisch getötet.

Karadzic muss sich auch für die Inhaftierung von tausenden Muslimen und Kroaten in Lagern verantworten, die “auf die körperliche Zerstörung” der Insassen angelegt waren und Erinnerungen an die Konzentrationslager der Nationalsozialisten weckten. Dabei handelt es sich in den Augen der Anklage um Völkermord. Als schwerwiegende Verletzung des Kriegsvölkerrechts bezeichnet die Anklage die 43 Monate währende Belagerung und Terrorisierung der Bevölkerung von Sarajevo durch Scharfschützen und Artilleriebeschuss. Die gewaltsame Verfolgung und Vertreibung der bosnischen Muslime und Kroaten, die gewaltsame Zerstörung ihrer Wohnungen, kulturellen und religiösen Stätten will die Anklage als Verbrechen gegen die Menschlichkeit geahndet wissen. “Karadzic beteiligte sich an einem kriminellen Gemeinschaftsunternehmen, um bosnische Muslime und bosnische Kroaten dauerhaft aus Gebieten Bosnien-Herzegowinas zu vertreiben, die zu bosnisch-serbischem Territorium erklärt wurden“, heißt es in der 40 Seiten umfassenden Anklageschrift.