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Mütter von Sarajevo demonstrieren in Den Haag

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Mütter von Sarajevo demonstrieren in Den Haag

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Die aus Srebrenica und Sarajevo nach Den Haag gereisten Frauen sind so arm, dass sie die Plakate von Hand gemalt haben. Sie wollen, dass der als Kriegsverbrecher angeklagte bosnische Serbenführer Radovan Karadzic endlich zur Verantwortung gezogen wird. Die Frauen haben ihre Männer und Söhne verloren. Fotos sind alles, was nach dem Massenmord übrig geblieben ist. Denn viele der Gräber, in denen die Opfer verscharrt wurden, konnten bis heute nicht gefunden werden. Der Platz des Angeklagten aber blieb leer. Der wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagte Karadzic weigerte sich, vor dem internationalen Gericht zu erscheinen. Möglicherweise erscheint er auch an diesem Dienstag nicht. Mit Gewalt darf der mutmassliche Massenmörder nicht vorgeführt werden. Verhaftet wurde Karadzic im Juli vergangenen Jahres. Das Massaker, das ihm vorgeworfen wird, ist das schwerste Verbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.