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Oettinger-Kandidatur erstaunt Brüsseler Diplomaten

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Oettinger-Kandidatur erstaunt Brüsseler Diplomaten

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Er musste weg, sagen spitze Zungen über Günther Oettingers überraschende Nominierung für einen Posten als EU-Kommissar. Auch für Brüsseler Diplomaten kam die Ankündigung am Wochenende unerwartet, dass Kanzlerin Merkel den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg nach Brüssel schicken will. Ob sie den in letzter Zeit öfter glücklosen CDU-Mann loswerden wollte oder nicht: Als Europa-Experte war er nicht bekannt, und bislang wurde eher Innenminister Wolfgang Schäuble, der nun ins Finanzressort wechselt, als Anwärter gehandelt, oder auch der Europa-Parlamentarier Elmar Brok.

Deutschland hofft auf ein gewichtiges Wirtschafts-Ressort. Europa-Politikforscher Daniel Gros meint dazu, dass Oettingers Wahl da am Ende gar nicht so schlecht sein könnte: Dieser wisse, wie sehr die Industrie, insbesondere die Industrie im Südwesten Deutschlands von Europa und dem globalen Markt abhänge. Ob Deutschland letztlich wie erhofft den Binnenmarkt- oder Währungskommissar stellen kann, hängt von Kommissionschef Barroso ab, er entscheidet über die Vergabe der Posten. Oettinger wird ihn in einer kurzen Audienz überzeugen müssen – und danach auch noch das Europa-Parlament.