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Radovan Karadzic vor Gericht

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Radovan Karadzic vor Gericht

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Das ist Radovan Karadzic. Hinter dieser Verkleidung verbarg er sich 11 lange Jahre, nannte sich Dragan Dabic. Der gesuchte ehemalige bosnische Serbenführer lebte unerkannt in seiner Heimat. Karadzic schrieb Gedichte und arbeitete als Wunderheiler. Er feierte Feste mit Freunden wie hier im Juni 2008, veröffentlichte Artikel in Fachzeitungen.

Wegen Völkermordes wurden Karadzic, General Radtko Mladic und Slobodan Milosevicz gesucht. Mladic ist noch immer auf freien Fuss, zur bitteren Enttäuschung des Internationalen Kriegsverbrechertribunals im niederländischen Den Haag. Karadzic wurde im Juli 2008 gefasst und ins Haager Untersuchungsgefängnis nach Scheveningen gebracht. Dort konnte er sich auf seine Verteidigung vorbereiten. Vor dem Tribunal verweigert Karadzic eine Stellungnahme, äusset sich nicht zu schuldig oder unschuldig. Dies übernahm des Gericht, plädierte für nicht-schuldig. Mit Hilfe seines amerikanischen Anwalts Peter Robinson verfolgt er vor Gericht eine ähnliche Strategie wie Slobodan Milosevicz. Er sieht in dem Verfahren einen politischen Prozess. In seiner Zelle kann der ehemalige bosnische Serbenführer an seiner Verteidigung arbeiten. Er darf telephonieren und den Computer nutzen. Zur Prozesseröffnung erscheint Karadzic nicht. Der Prozess gerät dadurch erstmals ins Stocken. Das Haager Tribunal will verhindern, dass sich Ähnliches wie im Fall Milosevizc wiederholt. Der ehemalige jugoslawische Präsident spielte mit dem Gericht und starb, bevor es zu einem Urteilspruch gelangen konnte.