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Europäer besorgt über verbreitete Armut

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Europäer besorgt über verbreitete Armut

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Drei Viertel der EU-Bürger halten die Armut in ihrem Land für weit verbreitet. So das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten EU-Studie, die das “Europäische Jahr gegen Armut” im nächsten Jahr vorbereitet. Fast 80 Millionen Europäer leben in Armut.

Laut der Studie empfinden über 90 Prozent der Ungarn, Bulgaren und Rumänen die Armut als weit verbreitet, der EU-Durchschnitt liegt bei 73 Prozent. Mit weitem Abstand zeigen sich Schweden, Zyprer und Dänen deutlich sorgloser. Einer, der die Erfahrung am eigenen Leibe gemacht hat, ist der Flame Swa Schyvens, 52 Jahre alt, vier Kinder. Schon bei seinen Eltern reichte das Geld vorn und hinten nicht: “Armut heißt nicht nur Hunger oder Obdachlosigkeit – Armut bedeutet auch soziale Ausgrenzung, mangelnde Teilhabe an der Gesellschaft, und, wie häufig hervorgehoben wird: Man kann nichts und man weiß nichts. Armut breitet sich im Innersten von einem selbst aus.” Dabei hatte sich die EU vor zehn Jahren hehre Ziele gesetzt. Doch noch heute müssen knapp 80 Millionen Europäer mit weniger als 60 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens auskommen. Christine Kotarakos von der eigens für das Thema zuständigen Task Force der EU-Kommission verweist darauf, dass man sich als Maß für das Armutsrisiko vor allem eben auf das Einkommen stütze – dass Armut aber auch von zahlreichen anderen Faktoren abhänge. Laut EU-Studie erwarten knapp 90 Prozent der Befragten, dass ihre Regierungen schleunigst Abhilfe schaffen. Man darf gespannt sein, was 2010 als “Europäisches Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung” ausrichtet…