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Gasvorkommen bedrohen Nenet

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Gasvorkommen bedrohen Nenet

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Yamal, das heisst “Ende der Welt”. Hier, in der Tundra Nordwestsibiriens, leben die Nenet. Die Rentiere sind ihnen Nahrung, aus ihrer Haut bauen sie Zelte, die Tiere bringen die Menschen jedes Jahr hunderte Kilometer weit zu den Sommerweiden.

“Es gibt weniger Moor”, sagt Vladimir Agatetov, “das haben wir als erstes bemerkt. Die Tiere sind schwächer geworden, früher waren sie gesund. Ich glaube, die Erde hat ihre Kraft verloren.” Noch gut 42.000 Nenet leben in der Region. Aber unter der Erde der Tundra schlummert ein riesiger Schatz: das Gasvorkommen will der russische, staatliche Konzern Gasprom nun ausbeuten. Über die Nord Stream-Pipeline soll es nach Europa, nach Deutschland, gebracht werden. Tödlich für das Ökosystem auf der Halbinsel, das Ende für die traditionellen Wanderrouten.

“Ich wünsche, dass meine Enkel weiter Rentiere halten können”, sagt Valentina Yezgina. “Ich hoffe, dass Gasprom uns nicht von hier vertreibt.” Draußen spielt Valentinas Neffe. Dreieinhalb Jahre erst ist er alt, doch mit Rentieren kennt er sich schon aus.