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Karadzic boykottiert weiter UN-Gericht

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Karadzic boykottiert weiter UN-Gericht

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Zweiter Tag im Völkermordprozess gegen Radovan Karadzic. Wieder ist der ehemalige bosnische Serbenführer nicht vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag erschienen. Geschieht dies abermals, verliert er das Recht sich vor Gericht selbst zu verteidigen und bekommt einen Pflichtverteidiger gestellt. Heute wurde die Anklage verlesen.

Staatsanwalt Alan Tieger sagte: “Die Anklage wirft Radovan Karadzic Teilnahme an vier kriminellen Handlungen vor. Erstens: Die Vertreibung bosnischer Muslime und Kroaten aus weiten Teilen Bosnien-Herzegowinas. Eine Vertreibung die teilweise zum Genozid führte. Zweitens: Das andauernde Beschießen und Töten von Zivilisten in Sarajevo um Terror auszuüben. Drittens: Entführung von UNO-Friedenssoldaten und daß sie als menschliche Schutzschilde mißbraucht wurden. Viertens: Ausrottung der Moslems in Sebrenica, das organisierte Töten der Männer und die Vertreibung von Frauen und Kindern.” Radovan Karadzic sitzt seit Juli 2008 in Untersuchungshaft, konnte sich ein Jahr lang auf seine Verteidigung vorbereiten. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.