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Brüssel sagt hohen Lebensmittelpreisen den Kampf an


Redaktion Brüssel

Brüssel sagt hohen Lebensmittelpreisen den Kampf an

“Trotz der sinkenden Erzeugerpreise sind die Lebensmittelpreise nicht gesunken. Ich als Verbraucher habe keine bedeutende Preissenkung bei Milchprodukten oder Getreideerzeugnissen bemerkt - ganz bestimmt nicht!“ Was dieser Kunde bemängelt, ist auch der Europäischen Kommission inzwischen bitter aufgestoßen: Sie prangerte jetzt an, dass die Preise, die die Bauern für ihre Produkte erzielen, und die Preise, die die Verbraucher bezahlen, völlig voneinander entkoppelt seien. Außerdem stellte sie krasse Preisunterschiede von Land zu Land bei einzelnen Waren fest.
 
Europas Bauern haben in jüngster Vergangenheit immer wieder gegen den Preisverfall und auch gegen die Macht der großen Ketten protestiert. Gegen unfaire Handelspraktiken und Knebelklauseln will Brüssel zusammen mit den nationalen Behörden nun unter anderem mit stärkerer Überwachung vorgehen. Konkrete Maßnahmen in der Handelskette schlug die Kommission aber nicht vor.
 
Dominique Michel vom belgischen Vertriebsverband verteidigte den Handel: “Wenn die Erzeugerpreise sinken, die Verbraucherpreise aber nicht genauso stark, erklärt sich das schlicht und einfach damit, dass der Erzeugerpreis nur ein winziger Teil des Verbraucherpreises ist.“ 
 
Auch Umweltstandards und Umweltlabel-Praktiken will Brüssel unter die Lupe nehmen. Die Gründung von Erzeugerorganisationen soll unterstützt werden, um die Position der Bauern zu stärken. Zum besseren Preisvergleich drängt die Kommission außerdem die Mitgliedsstaaten, Preislisten im Internet zu veröffentlichen.

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