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Havanna beklagt US-Embargo

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Havanna beklagt US-Embargo

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Die Wirtschaftskrise in Kuba wird immer tiefer. Doch statt Reformen einzuleiten und dafür zu sorgen, dass die Menschen etwas auf den Teller bekommen, organisiert das Regime Jubelveranstaltungen. Neben dem Bildnis Che Guevaras prangt nun auch jenes Camilo Cienfuegos auf einer Fassade auf dem Platz der Revolution in Havanna. Mehrere tausend Menschen mussten an der Einweihung teilnehmen. Eine hohe Funktionàrin der KP erzählte die Heldensaga Cienfuegos und wies zugleich darauf hin, wer an der Not der Kubaner schuld sei: die USA.

Erst am Mittwoch hatte die Vollversammlung der Vereinten Nationen das US-Handelsembargo erneut verurteilt. Nur die USA, Israel und die Inselrepublik Palau stimmten gegen die Resolution. Washington macht eine Lockerung des Embargos unter anderem von einer demokratischen Öffnung Kubas abhängig. Davon aber will man in Havanna nichts wissen. Das Embargo wirke sich auf den Alltag aus, auf das Leben der Kinder, Frauen und älteren Menschen, so ein Vertreter Kubas in Washington. Es gäbe keinen wirtschaftlichen oder sozialen Bereich, in dem die Folgen davon nicht zu spüren seien. In der Industrie sind die meisten Anlagen und Maschinen hoffnungslos überaltert. Und es fehlen Ersatzteile, wie der Leiter einer Werkstatt erläutert, in der Lokomotiven repariert werden. Einige Loks seien ausgeschlachtet worden, um andere betriebsbereit zu machen. Auch der Tourismus und selbst die Tabakproduktion sind von der Wirtschaftskrise betroffen.