Eilmeldung

Eilmeldung

Russlands Interessen in Lateinamerika

Sie lesen gerade:

Russlands Interessen in Lateinamerika

Schriftgrösse Aa Aa

Ecuadors Präsident Rafael Correa absolviert einen Staatsbesuch bei Präsident Dimitri Medwedjew in Moskau. Beziehungen auf so hoher Ebene zwischen Russland und dem kleinen latein-amerikanischen Land gab es noch nie. Medwedjew sagte: “Wir stimmen in unseren Vorstellungen über die Wege der internationalen Entwicklung überein: Wir setzen uns für eine multipolare Welt ein, in der die Interessen aller Länder berücksichtigt werden und bewährte internationale Institutionen funktionieren“. Dann verwies er auf die in den letzten Jahren immer weiter verbesserten Beziehungen zwischen Russland und Lateinamerika. Ecuador bezeichnete Medwedjew als “ unseren strategischen Partner in Lateinamerika.”

Vor einem Monat war schon Hugo Chavez aus Venezuela im Kreml. Die Begleittöne klangen ähnlich. Chavez bekam einen dicken Kredit von mehr als 2 Milliarden Dollar und kaufte dafür kräftig russische Waffentechnik ein. Der wichtigste politische Aspekt: Venezuela erkannte die abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Süd-Ossetien als unabhängige Staaten an. Damit waren sie schon drei, die Abchasien und Süd-Ossetien eigene Staatlichkeit zuerkannten: Russland natürlich, dann Nikaragua – das im Dezember 2008 einen Kredit von einer Milliarde Dollar bekommen hatte, und Venezuela. Es wird damit gerechnet, dass auch Eccuador sich anschließt. Auch Ecuador hat Russland um einen Kredit gebeten. Dafür sollen u.a. zwei russische Mehrzweckhubschrauber des Typs Mi-171E gekauft werden. Des weiteren ordert Ecuador Panzer, Jagdflugzeuge und ein Luftabwehrsystem. Der politische Beobachter Viktor Linnik sieht in den russischen Bemühungen Richtung Lateinamerika eine Reaktion auf den amerikanischen Einfluß in mehreren ehemals sowjetischen Gebieten, besonders in Georgien und der Ukraine. Da sei es nur natürlich, dass Russland in Lateinamerika aktiver werde. Ansonsten geht es beim Ausbau von Moskaus Beziehungen zu Lateiamerika vor allem um Energie. Russland beteiligt sich bereits an der Erschließung neuer Erdöllagerstätten in Venezuela. In Ecuador ist vom Bau eines großen Wasserkraftwerkes die Rede. Russland muss sich beeilen. China und Iran bieten in Lateinamerika auch schon lukrative Verträge an.