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Chirac muss vor Gericht

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Chirac muss vor Gericht

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Der frühere französische Präsident Jaques Chirac muss sich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf lautet Veruntreuung öffentlicher Gelder. Die Untersuchungsrichterin entschied, dass genügend Beweise für eine Anklage vorliegen. Damit widersetzte sie sich der Staatsanwaltschaft, die die Einstellung des Verfahrens gefordert hatte. Aus dem Büro des 76-Jährigen verlautete, er wolle sich den Anschuldigungen gern stellen und seine Unschuld beweisen. Es geht um einen Skandal während seiner Zeit als Pariser Bürgermeister in den Jahren 1977 bis 1995.

Chirac wird unter anderem vorgeworfen, enge Freunde seiner Partei als Berater eingestellt und aus der Stadtkasse bezahlt zu haben, obwohl sie gar nicht für ihn gearbeitet hätten. Chirac dagegen erklärte, die Mitarbeiter hätten ihn in Grundsatzfragen beraten. In der Affäre wurde der frühere Premierminister Alain Juppé bereits 2004 zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Chirac konnte damals nicht vor Gericht geladen werden, da er als Präsident Immunität genoss. 2007, nach dem Ende seiner Amtszeit, wurde dann ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet.