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Minimalfinanzkompromiss bei EU-Gipfel


Redaktion Brüssel

Minimalfinanzkompromiss bei EU-Gipfel

Die EU-Staaten haben sich beim Gipfeltreffen auf einen Minimalkompromiss für die Finanzierung des Klimaschutzes in den Entwicklungsländern geeinigt – doch Umweltorganisationen und Europa-Parlamentarier sehen darin keinerlei Vorreiterrolle Europas für die Weltklimakonferenz in Kopenhagen. 100 Milliarden Euro jährlich seien bis 2020 in der Dritten Welt nötig, legten die Gipfelteilnehmer fest, gut 20 bis 50 Milliarden davon solle die öffentliche Hand tragen.

EU-Kommissionschef Barroso kommentierte dies mit den Worten: “Wir sind bereit, lassen Sie uns jetzt Kopenhagen zum Erfolg machen.” Doch wer weltweit was von diesen 100 Milliarden Euro zahlen soll, das ließ die EU offen, ebenso ihren eigenen Anteil. Polen und acht weitere osteuropäische Länder feilschten um Erleichterungen und beharrten auf der Notwendigkeit ihrer Kohleenergie zum wirtschaftlichen Aufholen. Der polnische Europa-Staatssekretär Mikolaj Dowgielewicz betonte: “Glauben Sie mir, in einem Land wie Polen haben wir begrenzte Möglichkeiten zur Emissionssenkung ab 2020, denn wir erwarten ein starkes Wirtschaftswachstum. Wir wollen kein Folklore-Museum Osteuropas werden. …Ich würde wirklich mehr Anstrengungen der reichen westeuropäischen Länder zur Senkung IHRER Emissionen begrüßen.” Auf die Möglichkeiten aufholender Länder soll laut Gipfelkompromiss in Kopenhagen Rücksicht genommen werden. Auf ein historisches Ergebnis dort hoffen Umweltschützer schon nicht mehr…

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