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Belgien mietet Gefängniszellen

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Belgien mietet Gefängniszellen

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Belgien hat in den Niederlanden 500 Gefängniszellen angemietet. Damit soll das Problem der Überbelegung in den belgischen Strafanstalten bis zur Fertigstellung neuer Gefängnisse abgebaut werden. Im niederländischen Tillburg unterzeichneten am Samstag der belgische Jusitzminister De Clerck und seine niederländische Amtskollegin Albayrak einen entsprechenden Vertrag.

Die Strafgefangenen unterliegen weiterhin belgischem Recht: “Wir müssen die Besuchszeiten ändern. In den Niederlanden gibt es nur eine Verwandtenbesuch pro Woche in Belgien drei”, erläutert der Tillburger Gefängnisdirektor Frank Schouters, dessen Beamte auch für die belgischen Insassen verantwortlich sein werden. Erst am Freitag hatten rund zwei Drittel der belgischen Strafvollzugsbeamten spontan die Arbeit niedergelegt, um gegen einen Häftlingsaufstand im Gefängnis von Löwen zu protestieren, bei dem ein Wärter als Geisel genommen worden war. Die Gewerkschaft macht die Überbelegung in den belgischen Strafvollzugsanstalten für zahlreiche Zwischenfälle dieser Art verantwortlich. Die für maximal 10.400 Personen ausgelegten Gefängnisse sind mit knapp 13.000 Insassen belegt.