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Abdullah boykottiert Stichwahl in Afghanistan

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Abdullah boykottiert Stichwahl in Afghanistan

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Afghanistans Ex-Außenminister Abdullah Abdullah tritt nicht zur Stichwahl für das Präsidentenamt an. Er gab an diesem Morgen seinen Rückzug bekannt, nachdem er vergeblich die Entlassung des Chefs der Wahlkommission und dreier Minister gefordert hatte. Abdullah wirft ihnen Betrug beim ersten Wahlgang im August vor. Nun befürchtet er auch Unregelmäßigkeiten bei der Stichwahl.

Das Wahlkampfteam von Amtsinhaber Hamid Karzai teilte nach Abdullahs Ankündigung mit, an der Stichwahl am kommenden Samstag festzuhalten. Auch wenn Abdullah nicht teilnehmen will, sieht die afghanische Verfassung den Rückzug eines Kandidaten nicht vor. Millionen Stimmzettel mit beiden Namen sollen bereits gedruckt worden sein. Abdullah waren bei der Stichwahl geringe Chancen eingeräumt worden. Er hatte beim ersten Wahlgang auch nach Bereinigung um die gefälschten Stimmen fast zwanzig Prozentpunkte hinter Karsai gelegen. Dieser hatte die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Er braucht laut Verfassung aber mindestens fünfzig Prozent, um weiter zu regieren. Unklar ist, wie viele Afghanen überhaupt an der Stichwahl teilnehmen werden. Schon bei der ersten Runde war die Beteiligung mit knapp vierzig Prozent gering. Die Taliban haben gedroht, auch die Stichwahl zu stören.