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Stichwahl in Afghanistan: Karsai macht weiter

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Stichwahl in Afghanistan: Karsai macht weiter

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Das Wahlkampfteam von Hamid Karsai hielt nach dem Rückzug des Gegendkandidaten Abdullah an der Stichwahl fest. Man müsse nun auf die Wahlkommission warten, die über die Stichwahl entscheiden werde, erklärte Karsais Wahlkampfmanager. Er verwies auf das Wahlrecht der Afghanen:

“Auch wenn wir Dr. Abdullah als sehr tüchtigen Mann schätzen, der einen sehr guten Wahlkampf geführt hat und ein sehr guter Wettbewerber war, halten wir seinen Rückzug doch für unglückliche Entscheidung. Wir denken aber, dass die Wahl fortgesetzt werden muss, dass dieser Vorgang abgeschlossen werden muss, und dass den Menschen in Afghanistan das Recht gegeben werden muss, ihre Stimme abzugeben.” Doch Abdullah befürchtet auch bei dieser Stichwahl Betrug wie schon in der ersten Runde. Und seine Landsleute sehen das Votum nun mit gemischten Gefühlen: “Wenn Abdullah nicht antritt, dann verliert die Wahl ihre Legitimität. Karsai wird dann kein legitimer Präsident sein und die Menschen werden ihn nicht anerkennen”, meint ein Passant, ein anderer fügt hinzu: “Abdullah hat das Recht, nicht an der Stichwahl teilzunehmen, denn diejenigen, die für die Wahlfälschung bei der ersten Runde verantwortlich waren, sind nicht vor Gericht gebracht worden.” Auf einen Boykottaufruf an seine Anhänger verzichtete Abdullah – ebenso wie auf Wahlempfehlungen. Entgegen den internationalen Appellen hat er auch eine Beteiligung an einer Regierung der nationalen Einheit abgelehnt.