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Afghanistan: Abdullah trotz Wahl-Debakel optimistisch

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Afghanistan: Abdullah trotz Wahl-Debakel optimistisch

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In Afghanistan wird nach dem Rückzug des Stichwahl-Kandidaten Abdullah Abdullah die Verfassung abgeklopft, um doch noch eine handlungsfähige Regierung ins Amt zu bringen. Amtsinhaber Hamid Karsai will das Volk trotz allem am 07. November abstimmen lassen – Skeptiker fürchten, eine niedrige Wahlbeteiligung könnte seine Akzeptanz im Volk weiter untergraben.

Abdullah Abdullah: “Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht – andererseits sehe ich hoffnungsvoll in die Zukunft. Das ist nicht das Ende, sondern ein Neuanfang.” Trotz seines Rückzugs schloss Abdullah eine Zusammenarbeit mit dem Lager Karsais nicht aus. Sein zentrales Ziel ist der Wechsel von einem Präsidial- hin zu einem parlamentarischen System, was Karsai ablehnt. Karzai hatte die notwendigen 50 % der Stimmen im ersten Präsidentschafts-Wahlgang verfehlt. Trotz erwiesener Unregelmässigkeiten hatte er aber personelle Konsequenzen verweigert. Der britische Premierminister Gordon Brown: “Ich habe heute mit Präsident Karsai gesprochen. Er plant eine Art Einheits-Manifest, einen Appell an das afghanische Volk. Wir haben besprochen, wie er die Menschen vor allem davon überzeugen kann, dass die Korruption bekämpft wird und dass er die richtigen Leute in das Kabinett beruft. Gleich an zweiter Stelle kommt dann der Aufbau des afghanischen Armee- und Polizeiapparats – für uns ist das die Bedingung für die weitere Präsenz britischer Truppen.” Die USA setzen auf Realpolitik. David Axelrod, Berater der US-Regierung: “Wir werden mit der Regierung vor Ort zusammenarbeiten. Offensichtlich gibt es Gesprächsbedarf, etwa beim Thema Korruption. Das werden wir mit Präsident Karsai anpacken.” US-Präsident Barack Obama will erst über eine neue Strategie für Afghanistan und über die Entsendung weiterer 40.000 Soldaten entscheiden, wenn dort eine stabile Regierung im Amt ist.