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Karadžić vor seinen Richtern

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Karadžić vor seinen Richtern

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Der wegen Völkermordes angeklagte frühere Präsident der bosnischen Serbenrepublik, Radovan Karadžić will diesem Dienstag seinen Boykott des Verfahrens unterbrechen und vor den Richtern erscheinen.

Karadžić wolle eine Anhörung zum Prozessverlauf nutzen, um erneut mehr Zeit für die Vorbereitung seiner Verteidigung zu verlangen, erklärten Rechtsberater des Angeklagten. Der einstige Präsident der bosnischen Serbenrepublik hat seinen Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag seit Eröffnung am 26. Oktober boykottiert. Er sei noch nicht vorbereitet, auf die Anschuldigungen zu antworten, erklärte er. Die Staatsanwaltschaft wirft Karadžić vor, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit – wie das Massaker von Srebrenica und die Tötung von Zivilisten bei der Belagerung von Sarajevo – angeordnet zu haben. Die Richter müssen nun entscheiden, wie der Prozess weitergeführt werden soll, wenn Karadžić nicht daran teilnimmt. Bislang ist er noch sein eigener Verteidiger, so dass die anstehende Beweisaufnahme nicht ohne ihn erfolgen kann. Die Richter erwägen, dem studierten Mediziner die Genehmigung zu entziehen, als Anwalt zu agieren, und stattdessen einen Pflichtverteidiger einzusetzen.